Swisscom-Chef Schloter gegen gemeinsames LTE-Handynetz

9. August 2010, 13:02
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FTTH-Angebote noch in diesem Jahr.

FTTH-Angebote noch in diesem Jahr.
Swisscom-CEO Carsten Schloter hält wenig von der Idee, künftige Handynetze gemeinsam mit anderen Mobilfunkanbietern zu betreiben. In einem Interview mit der 'Sonntags Zeitung' betonte Schloter, es sei ein Irrglaube, anzunehmen, dass ein gemeinsames Handynetz weniger Antennen benötigen würde. Dies sei höchstens in der Startphase der Fall. Über längere Zeit gesehen führe das allerdings nicht zu einer Reduktion. Gleichzeitig würde dabei gemäss Schloter ein entscheidendes Wettbewerbselement fehlen, nämlich der Netzwettbewerb. "Deshalb bin ich gegen ein gemeinsames LTE-Netz", so Schloter.
Im Glasfaserbereich kommt dafür Bewegung in die Netze. So müsse Swisscom "nur noch auf den Startknopf drücken", um die ersten FTTH-Angebote zu starten. Dies werde noch in diesem Jahr der Fall sein. Die definitiven Verträge dazu - bisher bestehen meist nur Vorverträge mit den Netzbetreibern - wolle man in den nächsten zwei Monaten unterzeichnen. Allerdings, so Schloter, will der Konzern die Verträge erst der Wettbewerbskommission (Weko) vorlegen, um sicher zu sein, dass die Kooperationen auch den Wettbewerbsregeln entsprechen.
Auch in Sachen Swisscom TV drückt der Konzern aufs Gas. Bis Ende Jahr will man die Marke von 400'000 Kunden erreicht haben, so Schloter. Ein klarer Angriff auf Cablecom, die Mitte Jahr rund 400'000 Digitalfernseh-Kunden zählte. "Wir werden eine Riesenfete schmeissen, wenn wir die Kundenzahl von Cablecom beim Digitalfernsehen bis Ende Jahr knacken", frohlockt der Swisscom-CEO.
Frustriert zeigt sich Schloter allerdings über die mangelnde Transparenz beim iPhone-Hersteller Apple. Swisscom habe bisher nur rund 10 Prozent der interessierten Kunden mit einem neuen iPhone 4 versorgen können. Das sei "das übliche Problem" bei der Lancierung eines neuen Apple-Telefons, so Schloter. "Apple darf den Bodenkontakt zu den Kunden nicht verlieren", kritisiert er etwa die Vorgabe von Apple, dass die Telekom-Konzerne keine Vorbestellungen für die neuen iPhones entgegennehmen durften. "Das frustriert die Kunden total." Die mangelnde Kommunikation seitens Apple sei schwierig, denn man wisse nicht einmal, wann man weitere Geräte erhalte. (bt)

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