Swisscom-Enterprise-Business stagniert

18. August 2016, 15:07
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Mit abermals guten Zahlen für Fastweb und einem Plus beim Betriebsgewinn von 4,4 Prozent schliesst Swisscom das erste Halbjahr 2016 ab.

Mit abermals guten Zahlen für Fastweb und einem Plus beim Betriebsgewinn von 4,4 Prozent schliesst Swisscom das erste Halbjahr 2016 ab.
Der Schweizer Telco-Platzhirsch kann in den ersten sechs Monaten dieses Jahres den Umsatz zwar nur auf auf Vorjahresniveau halten, verbessert sich aber beim Gewinn auf Stufe Ebitda um immerhin 4,4 Prozent. Erwirtschaftet wurde ein Nettoumsatz von knapp 5,8 Milliarden Franken, das sind 0,2 Prozent oder 11 Millionen Franken mehr als im Vergleichszeitraum. Mit externen Kunden wurde in der Schweiz ein Umsatz von gut 4,6 Milliarden erzielt. Das waren 11 Millionen Franken oder 0,2 Prozent weniger als 2015.
Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) konnte dagegen um 4,4 Prozent oder 94 Millionen Franken auf knapp 2,3 Milliarden Franken verbessert werden. Es resultierte ein um 0,5 Prozent leicht gewachsener Reingewinn von 788 Millionen Franken. Den Zuwachs verdankt Swisscom insbesondere der Tochter Fastweb, die eine Entschädigung von Telecom Italia über 55 Millionen Euro in einer aussergerichtlichen Einigung in einem Rechtsstreit einstreichen konnte, schreibt der Telco. Aber auch sonst läuft es bei Fastweb weiter gut. Dort legte der Umsatz um 19 Millionen Euro oder 2,2 Prozent auf 881 Millionen Euro zu. So hat Swisscom in Italien den Gewinn auf Stufe Ebitda um knapp 29 Prozent auf 335 Millionen Euro steigern können. Ohne die einmalige Entschädigung wäre noch ein Plus von 7,7 Prozent erzielt worden.
Enterprise stagniert
An den Detailzahlen lässt sich dann ablesen, dass die fallenden Roaming-Gebühren dem klassischen Telekom-Business zu schaffen macht. Bei einem Gesamtumsatz mit externen Kunden von gut 4,65 Milliarden Franken sind die Umsätze mit Festnetz-, Mobilfunk-, Bündel- und Wholesale-Verträgen um 46 Millionen Franken oder 1,4 Prozents auf rund 3,3 Milliarden Franken gesunken. Allerdings legte das "Lösungsgeschäft" (unter anderem Cloud-, Banking- und SAP-Services) um 29 Millionen Franken oder 5,6 Prozent auf 550 Millionen Franken zu - jedoch mit tieferen Margen, wie mitgeteilt wurde.
Dabei stagniert das Enterprise-Geschäft bei rund 1,2 Milliarden Franken (minus 0,2 Prozent). Ob das in Zukunft so bleiben wird, ist aber ungewiss. Denn Swisscom meldet im Grosskundengeschäft rückläufige Auftragseingänge. Sie hätten sich "wegen starkem Wettbewerb" um zwei Prozent auf rund 1,03 Milliarden Franken reduziert. Der KMU-Sektor mit externen Kunden stagniert übrigens auch beinahe, lag er doch mit einem Minus von 0,6 Prozent weiter bei rund 3,1 Milliarden Franken.
Swisscom Enterprise musste in den letzten Monaten einige Rückschläge hinnehmen. So werden die Clientis-Banken ihre Kernbankensoftware ab 2018 vom Konkurrenten Inventx betreiben lassen.
Weiter meldet Swisscom in der Schweiz auf Ende Juni 1'238 Millionen TV-Anschlüsse (plus 13,1 Pozent) und 6'592 Millionen Mobilfunkanschlüsse (plus 0,5 Prozent). Rund 2,3 Millionen Anschlüsse seien mit der neusten Glasfasertechnologie ausgerüstet und insgesamt rund 3,3 Millionen Wohnungen und Geschäfte inzwischen mit Ultrabreitband erschlossen. Die Umstellung auf IP-Technologie habe man bei 1,3 Millionen Kunden geschafft. Von den insgesamt 21'443 Stellen der Swisscom entfallen 18'754 auf die Schweiz. (vri)

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