Swisscom eröffnet Rechenzentrum Bern-Wankdorf

16. September 2014 um 15:56
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Das neue Berner RZ ist das bisher grösste und modernste RZ, das Swisscom betreibt.

Das neue Berner RZ ist das bisher grösste und modernste RZ, das Swisscom betreibt.
Nach rund zwei Jahren Bauzeit und Investitionen von 60 Millionen Franken, ist Swisscom heute planmässig mit dem neusten und grössten seiner 24 Rechenzentren in der Schweiz an den Start gegangen. In dem viergeschossigen Bau sollen ab Ende 2014 auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern rund 5'000 Server mit etwa 10'000 Kundensystemen in Betrieb sein, wie Swisscom mitteilt. Wie heute üblich ist das RZ als modulares, jederzeit erweiterbares Gebäude konzipiert. Der jetzt eröffnete Bau umfasst vier Module inklusive Zugangsbereich und kann auf maximal sieben Module erweitert werden. Mit der Möglichkeit ausbauen zu können, signalisiere man den RZ-Nutzern Investitionssicherheit, heisst es in der Meldung.
Nach eignen Angaben ist es das erste RZ der Schweiz mit einer Tier-IV Design Zertifizierung des Uptime Instituts. Das gilt als globales Kompetenzzentrum für RZ-Betreiber. Es definiert und zertifiziert die vier Versorgungs- respektive Tier-Klassen für Elektro- und Klimaversorgung inklusive zugehörigen Mess-, Steuer- und Regeltechnik. Die nun zertifizierten Systeme hatte Swisscom für das RZ in Wankdorf in dreijähriger Arbeit zusammen mit dem Generalplaner RZintegral entwickelt. Swisscom spricht von einem der "ganz wenigen" RZs in Europa, die diese Zertifizierung als Referenz für die höchste Verfügbarkeit und Instandhaltungsfähigkeit ausweisen können.
Eingebunden ist das RZ in den Wärmeverbund der Stadt Bern, so dass mit der Abwärme direkt Wohnungen und Büros in der Nachbarschaft beheizt werden. Ausserdem wurde statt konventioneller Kältemaschinen mit hohem Stromverbrauch ein hybrides Kühlsystem eingebaut. Dabei erfolgt die Kühlung über Umluft, an heissen Sommertagen zusätzlich durch die Verdunstung von Wasser, wofür Regenwasser verwendet wird. Das wird dazu in einer Zisterne gesammelt und dann in den heissen Luftstrom eingebracht und entzieht ihm durch Verdunstung Wärme. Danach wird die Luft wieder zur Temperierung des Rechenzentrums benutzt.
Interessant ist auch das Konzept der Notstromversorgung. Dabei verzichtet Swisscom auf die klassischen Batterien und setze stattdessen auf Schwungräder zur Überbrückung der Zeit, bis ein Dieselgenerator die unterbrechungsfreie Stromversorgung übernehmen kann. Insgesamt habe mit an all den Massnahmen eine Nutzung von 84 Prozent der eingesetzten Energie in Rechenleistung erreicht, so Swisscom weiter. Das entspricht einem PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) von 1,2. Das RZ soll Privatkunden ermöglichen, ihre Daten in einer Cloud zu speichern, und Geschäftskunde sollen von hier aus Anwendungen beziehen können. (vri)

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