Swisscom gibt ab April Kundendaten an Werber weiter

9. März 2017 um 15:38
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Ab dem 1.

Ab dem 1. April gibt Swisscom Kundendaten an die Werbeplattform Admeira weiter, welche sie zusammen mit Ringier und der SRG unterhält. Die Kundendaten seien anonymisiert, so Swisscom. Kunden könnten der Nutzung ihrer Daten zudem widersprechen.
Auf dieses Recht macht Swisscom in einer neuen Datenschutzerklärung aufmerksam, die sie in diesen Tagen an Millionen Festnetzkunden versendet. Darin wird erläutert, dass Privatkunden jederzeit die Möglichkeit haben, gegen die Bearbeitung der Daten zu Marketingzwecken oder den Empfang von Werbung Widerspruch einzulegen. War dies früher nur per Hotline möglich, klappt es neu auch mit wenigen Klicks im Online-Kundencenter.
Swisscom betont, dass sie nur anonymisierte Angaben zum Geschlecht, zur Altersgruppe und zur Wohnregion an Admeira weitergibt. "Es ist kein Rückschluss auf die Person möglich", versicherte Swisscom-Sprecherin Annina Merk dazu heute Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'sda'. Die Widerspruchsmöglichkeit, das sogenannte Opt-out - steht der Kundschaft heute schon offen.
Zielgruppenbasierte Werbung
Ab Sommer 2017 plant der Telekomkonzern zudem eine "weitergehende Nutzung von Daten", wie aus einem Informationsdokument im Online-Kundencenter hervorgeht. Laut Merk handelt es sich dabei zum Beispiel um Angaben zur Produktenutzung. Diesen Plänen müssen Kundinnen und Kunden aber explizit zustimmen. Die Swisscom werde ihre Kunden vorab informieren und deren Einwilligung einholen, sagte Merk.
Admeira wird die Daten der Swisscom nach eigenen Angaben für zielgruppenbasierte Werbung nutzen. Das Werbevermarktungsunternehmen beeilt sich in einer Stellungnahme ebenfalls zu unterstreichen, dass es sich um anonymisierte und aggregierte Daten handle. Ringier werde der Gesellschaft lediglich Nutzungsdaten der Internet-Seiten liefern. Von der SRG erhalte Admeira keine Daten. Diese Nutzungsdaten würden direkt über die offiziellen Institute wie Mediapulse und Netmetrix bezogen.
Das Joint Venture der SRG, des staatsnahen Unternehmens Swisscom und dem privaten Verlagshaus Ringier, war im April 2016 gestartet. Nicht beteiligte Medienhäuser und der Verlegerverband VSM sehen in der Werbeallianz eine Wettbewerbsverzerrung und wollen gerichtlich dagegen vorgehen. (sda/hjm)

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