Swisscom in der Defensive: Umsatzrückgang und Stellenabbau

10. November 2005, 09:23
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Umsatz im Fixnet schrumpft. 260 Stellen sollen abgebaut werden.

Umsatz im Fixnet schrumpft. 260 Stellen sollen abgebaut werden.
Der Schweizer Ex-Telefonie-Monopolist Swisscom will nächstes Jahr 260 Stellen abbauen. 190 davon sollen - wen wunderts? - im Bereich Fixnet wegfallen. Der hochprofitable Konzern will den Entlassenen bei der Stellensuche helfen und für eine ungenannte Zeit den Lohn weiterhin bezahlen.
Grund für die Entlassungen ist das schrumpfende Geschäft mit Festnetz-Anschlüssen, wo Swisscom unter massiver Konkurrenz verschiedener Internet-Telefonie-Anbieter (Cablecom und andere) steht. Der Umsatz von Swisscom Fixnet in den ersten neun Monaten dieses Jahres sank im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent auf 3,27 Milliarden Franken.
EBITDA unter Druck, höherer Reingewinn
Der Gesamtumsatz der Swisscom-Gruppe betrug in den ersten drei Quartalen dieses Jahr knapp 7,3 Milliarden Franken (minus 3 %). Auch der operative Gewinn (vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen) sank leicht um 3,5 % auf immer noch horrende 3,272 Milliarden. Die operative Marge von Swisscom blieb damit auf hohen 44,8 %.
Der Reingewinn stieg hingegen um 44,6 % auf 1,6 Milliarden Franken
Swisscom Solutions im Rückwärtsgang
Stark unter Druck ist der Bereich Swisscom Solutions, wo das einst super-profitable Geschäft mit Mietleitungen angesiedelt ist. Der Umsatz von Swisscom Solutions in den ersten drei Quartalen sank im Vergleich zum Vorjahr um 12,7 % auf 835 Mio. Franken. Der EBITDA stürzte gar um 52,6 % auf 72 Mio. Franken ab.
SCIS wächst
Der IT-Tochter Swisscom IT Services (SCIS) scheint es hingegen gut zu gehen. Das Segment "Übrige", wo auch Accarda (ex Billag) angesiedelt ist, wuchs um 15,5 % auf 395 Mio. Franken. Das Umsatzwachstum sei auf mehr Outsourcing-Aufträge für SCIS zurückzuführen, heisst es in einer Mitteilung. SCIS ist allerdings mit einer EBITDA-Marge von 17,9 % viel weniger profitabel als die Telefoniebereiche. (Christoph Hugenschmidt)

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