Swisscom IT Services geht Offshore

16. August 2012, 09:32
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Bis Ende Jahr soll ein internationaler Partner gefunden werden. 2013 sollen erste "Swiss Managed"-Services angeboten werden können.

Bis Ende Jahr soll ein internationaler Partner gefunden werden. 2013 sollen erste "Swiss Managed"-Services angeboten werden können.
Der "urschweizerische" IT-Dienstleister Swisscom IT Services macht den Schritt, der sich bereits in diesem Frühling klar abgezeichnet hatte: Swisscom IT Services versucht sich ab dem nächsten Jahr als Off- beziehungsweise Nearshorer und will einen Teil der Arbeitsleistung für gewisse Services aus dem Ausland beziehen. Das von der Swisscom-Tochter als Pilotprojekt deklarierte Unterfangen soll Anfang des nächsten Jahres beginnen. Es soll aufzeigen, ob Swisscom IT Services so seine Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu internationalen Konkurrenten wie HP, IBM, Accenture oder Orange Business Services, die schon längst Leute in Billiglohnländern beschäftigen, verbessern kann.
Produkte und Dienstleistungen, die vollständig in der Schweiz betreut, jedoch teilweise im Ausland erbracht werden, will Swisscom IT Services unter der Bezeichnung "Swiss Managed" anbieten. Alle Kunden soll es aber auch weiterhin unter dem Label "Swiss Produced" entsprechende Leistungen beziehen können, die wie bis anhin komplett in der Schweiz betreut und produziert werden. "Swiss Managed"-Produkte soll es zunächst in den Bereichen Workplace, Hosting und SAP geben. Als grösster Kunde will sich die Muttergesellschaft Swisscom selbst am Pilotprojekt beteiligen.
Noch vier Partner werden evaluiert
Zumindest für die Anfangsphase will Swisscom IT Services aber nicht selbst Arbeitskräfte im Ausland rekrutieren. Für das Pilotprojekt wird ein Partner gesucht. Dabei hat es die Swisscom-Tochter einigermassen eilig. Die Transitionsphase für die Pilotprojekte soll möglichst schon Anfang Januar 2013 beginnen, wie uns Swisscom-Sprecher Carsten Roetz erklärte. Deshalb soll der Partner noch vor Ende dieses Jahres feststehen. Die Evaluation habe man mit ursprünglich 40 potentiellen Partnern begonnen, mittlerweile seien noch vier davon in der Endauswahl.
Über welche Art von Partner es sich handeln könnte, beipielsweise einen der globalen IT-Riesen, einen grossen europäischen IT-Dienstleister oder ein in einem Offshoring-Land wie Indien beheimatetes IT-Unternehmen, will Swisscom IT Services noch nicht verraten. Auch darüber, ob die Arbeiten eher ins nähere europäische Ausland oder in ein klassisches Offshore-Land ausgelagert werden sollen, will man aus diesem Grund nichts sagen. Beide Modelle, so Roetz, seien aber bei Swisscom zur Diskussion gestanden.
Argument Wettbewerbsfähigkeit
Sozialpartner von Swisscom mahnen an, dass durch Near- oder Offshoring Arbeitsplätze in der Schweiz verloren gehen könnten. Auch ein möglicher Imageverlust für Swisscom wird befürchtet, falls die Servicequalität darunter leidet.
In einem von Swisscom selbst auf YouTube veröffentlichten Interview hält Ueli Dietiker, CEO von Swisscom IT Services, dem entgegen, dass es eine Aufgabe von Swisscom IT Services sei, die Arbeitsplätze in der Schweiz längerfristig zu sichern. Dazu müsse man wettbewerbsfähig bleiben und mit gleichen Spiessen gegen die grossen Konkurrenten antreten können, die schon einen Teil ihrer Produktion im Ausland haben. Dazu gehöre es, dass auch Swisscom IT Services eine hybride Produktionsform mit einem Teil im Ausland anbieten können müsse. (Hans Jörg Maron)

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