Swisscom IT Services stagniert trotz Übernahmen

18. Februar 2010, 10:47
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Swisscom kann Gewinn und Dividende trotz leichtem Umsatzrückgang steigern. iPhones wurden zum Massenprodukt, 230'000 Kunden für Swisscom TV.

Swisscom kann Gewinn und Dividende trotz leichtem Umsatzrückgang steigern. iPhones wurden zum Massenprodukt, 230'000 Kunden für Swisscom TV.
Der Telekommunikationskonzern Swisscom setzte im abgelaufenen Jahr 12 Milliarden Franken um, etwas weniger (1,6 Prozent) als vor einem Jahr. Trotzdem gelang es, den Reingewinn um 10 Prozent auf fast zwei Milliarden Franken zu steigern. Der Ex-Monopolist will deshalb die Dividende von 19 auf 20 Franken pro Aktie erhöhen. Die Gewinnsteigerung von Swisscom kam vor allem zustande, weil negative Sonderfaktoren von 2008 wegfielen.
Anhaltender Preisdruck und Stellenabbau
Im angestammten Telekommunikationsgeschäft in der Schweiz verlor Swisscom aufgrund des Preisdrucks und der verordneten Entbündelung nach eigenen Angaben etwa 400 Millionen Franken Umsatz. Dies konnte nur teilweise durch neue Geschäftsfelder kompensiert werden, schreibt Swisscom in einer Medienmitteilung. Immerhin konnte Swisscom im TV-Geschäft massiv zulegen und die Zahl der Kunden fast verdoppeln. Swisscom hat heute 230'000 TV-Kunden.
Auch im eigentlich gesättigten Mobilfunkmarkt in der Schweiz konnte Swisscom nochmals leicht - auf 5,61 Millionen Kunden - zulegen. Vor allem der Absatz von iPhones ist letztes Jahr regelrecht explodiert: Swisscom verkaufte letztes Jahr 258'000 der teuren Dinger und im Weihnachtsquartal war fast jedes dritte verkaufte Handy ein iPhone.
Gesunken ist hingegen die Zahl der Beschäftigten. Konzernweit hatte Swisscom Ende Jahr noch 19'479 Mitarbeitende, 464 weniger als vor einem Jahr.
Swisscom IT Services stagniert im Umsatz, legt aber beim Auftragseingang mächtig zu
Der Umsatz von Swisscom IT Services (SITS) mit externen Kunden blieb mit 435 Millionen Franken konstant. Swisscom IT Services ist damit nach eigener Einschätzung und unter Berücksichtigung der konzerninternen Umsätze im Schweizer Markt für IT-Dienstleistungen (Outsourcing und Projektgeschäft) mit einem Marktanteil von ungefähr 10 Prozent der grösste Anbieter vor IBM und HP.
Berücksichtigt man, dass SITS letztes Jahr den Bankendienstleister Sourcag durch die Tochterfirma Comit erklären.
Noch im Oktober 2009 sagte SITS-Chef Eros Fregonas, man werde einen externen Umsatz von 470 Millionen Franken erreichen.
Sehr stark ist hingegen der Auftragseingang des IT-Dienstleistungsarms von Swisscom. Dieser betrug letztes Jahr 540 Millionen Franken und damit gut das eineinhalbfache des Vorjahrs.
SITS scheint sehr profitabel zu sein. Swisscom weist zwar keine Gewinnzahlen für IT Services respektive Comit aus, wohl aber für den Geschäftszweig "übrige operative Segmente", zu dem Swisscom IT Services mehr als die Hälfte des externen Umsatzes beiträgt. Der Bereich "übrige operative Segmente" erzielte letztes Jahr immerhin eine Marge auf dem Nettoumsatz von 19,3 Prozent vor Abschreibungen. Wären SITS und ihre Tochterfirma Comit nicht profitabel, so könnte der Bereich "übrige operative Segmente" wohl kaum eine solch hohe Marge erzielen. (Christoph Hugenschmidt)

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