Swisscom IT Services wächst auch 2009

21. Oktober 2009, 11:46
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Der Outsourcing-Arm von Swisscom wird dieses Jahr auch unter Ausklammerung der getätigten Übernahmen den externen Umsatz steigern. Im Banking-Bereich geht der Trend Richtung Auslagerung ganzer Geschäftsprozesse. Swisscom IT Services schielt derweil auch auf andere Branchen.

Der Outsourcing-Arm von Swisscom wird dieses Jahr auch unter Ausklammerung der getätigten Übernahmen den externen Umsatz steigern. Im Banking-Bereich geht der Trend Richtung Auslagerung ganzer Geschäftsprozesse. Swisscom IT Services schielt derweil auch auf andere Branchen.
Obwohl das auslaufende Jahr von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise geprägt war, konnte der IT-Outsourcer Swisscom IT Services (SCIS) gerade auch im Banking-Bereich stark wachsen. Wie CEO Eros Fregonas an einer Presseveranstaltung in Zürich ausführte, geht SCIS momentan davon aus, dass der Umsatz mit externen Kunden dieses Jahr 470 Millionen betragen werde. Klammert man die Umsätze der im Sommer übernommenen Unternehmen Sourcag.
Verschiebungen
Derweil wird der konzerninterne Umsatz weiter sinken, was der Absicht entspricht. 2009 wird SCIS ungefähr 400 Millionen Franken mit dem Mutterunternehmen umsetzen. Während dieser Wert in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken ist, stieg der Umsatz mit externen Kunden stetig – obwohl in den letzten zwei Jahren 80 Millionen Franken "verloren" gegangen sind, weil viele Banken von der alten und teuren AGI-Plattform auf modernere und günstigere Bankenlösungen von Avaloq und Finnova migrierten.
Weitere 38 Millionen gingen aufgrund des Transfers des Telco-Projektgeschäfts zurück an Swisscom. Nicht zu vernachlässigen ist zudem die Preisreduktion durch Swisscom. Gleichzeitig übernahm SCIS aber den Swisscom-Mobile-Betrieb (+ 24 Millionen).
BPO im Fokus
Um in Zukunft weiter wachsen zu können, setzt SCIS sowohl auf organisches wie auch auf akquisitorisches Wachstum. Im Banking-Bereich wird Business Process Outsourcing (BPO) zunehmend eine wichtigere Rolle spielen. Es gebe noch viele Bereiche, die outsourcingfähig seien, sagte Fregonas. Ein Beispiel ist die Verarbeitung von Wertschriftendaten. Nicht von ungefähr hat der SCIS-Konkurrent B-Source vor kurzem den Wertschriften-Dienstleister Fin-Log übernommen.
SCIS schätzt das BPO-Marktpotenzial im Schweizer Finanzsektor auf zirka 2,6 Milliarden Franken. Davon gebe es für die neue SCIS-Tochter Sourcag ein adressierbares Marktvolumen von 380 bis 640 Millionen Franken.
Energiesektor
Obwohl es momentan im Finanzbereich für SCIS gut läuft, möchte der Dienstleister vermehrt weitere Branchen ansprechen. Fregonas nannte spontan den Energiesektor, wo neue Businessmodelle erarbeitet werden könnten. Eher in den Hintergrund gerückt ist hingegen das Gesundheitswesen, wo SCIS in der Vergangenheit (Stichwort KPT) einige Fehler gemacht hat. (Maurizio Minetti)

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