Swisscom lanciert die ferngesteuerte Wohnung (und wird zum Disti)

26. Oktober 2011, 13:40
  • swisscom
image

Versuchen wir's nochmal, James? Swisscom lanciert nächstes Jahr ein "Smart Living"-Paket, mit dem Geräte im Haushalt über Smartphones oder PCs ferngesteuert werden können.

Versuchen wir's nochmal, James? Swisscom lanciert nächstes Jahr ein "Smart Living"-Paket, mit dem Geräte im Haushalt über Smartphones oder PCs ferngesteuert werden können.
Erinnern Sie sich noch an den "digitalen Butler" James und die Zürcher Firma Starseed, eine unserer einheimischen Internetblasen-Stories (inklusive viel verbranntem Geld)? James ermöglichte es, über das Internet per Webcam die eigene Wohung zu überwachen, Geräte ein und auszuschalten usw. Vielleicht ist ja jetzt, rund elf Jahre nach dem Launch von James und zehn Jahre nach dem Crash von Starseed die Zeit reifer für ein ganz ähnliches Produkt.
Swisscom ist eine Partnerschaft mit dem US-Unternehmen iControl Networks eingegangen und wird ab dem nächsten Jahr unter dem Motto "Smart Living" in der Schweiz Produkte lancieren, die auf der "OpenHome" Software-Plattform von iControl basieren. Mit dem System soll man beispielsweise per Smartphone oder PC über das Internet zu Hause die Heizung einstellen, Lichter löschen oder den Backofen einschalten und viele andere Dinge tun können. Bewegungsmelder, Tür- und Fenster- oder andere Sensoren können zudem Alarm schlagen und per MMS (inklusive Videoclip) den User sowie auf Wunsch auch gleich noch eine Alarmzentrale benachrichtigen. Die Geräte können auch untereinander vernetzt werden, so dass sie nach bestimmten Wenn-Dann-Regeln automatisch interagieren. Beispielsweise könnten, wenn der Bewegungsmelder anschlägt, auch gleich alle Lichter eingeschaltet werden.
Zunächst will Swisscom ein Grundangebot lancieren, das eine Basisstation für die Verbindung zum Internet sowie Funksensoren und -Geräte, Türkontakte, Bewegungsmelder und Web-Cams umfasst. Rauch- oder Wassermelder sollen als Option erhältlich sein. Für die Zukunft stellt sich Swisscom den Einbezug einer wesentlich grösseren Zahl von Dingen, beispielsweise medizinischen Geräten, in das "Smart Living"-System vor.
Swisscom wird Europa-Disti für iControl
Die Vereinbarung mit iControl umfasst nicht nur die Einführung auf dem Schweizer Markt. Der Schweizer Telco soll für iControl den gesamten europäischen Markt bearbeiten. Ausserhalb der Schweiz wird dies in Form eines Wiederverkaufsangebots an andere Telcos geschehen. Laut Swisscom plant man, diesen ein sozusagen "schlüsselfertiges" Komplettangebot zu machen, das es ihnen ermöglichen soll, sehr schnell und mit wenig Vorabinvestitionen in den Markt einzusteigen. Die Leistungen von Swisscom sollen dabei vom Customer Relationship Management und Online-Support über die Rechnungsstellung, die Provisionierung der Geräte und andere Logistikprozesse bis zum Betrieb eines fixfertigen Web-Shops reichen. (hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

EPD-Betreiber Axsana wechselt Technikprovider

Nach der Beteiligung der Schweizer Post an Axsana wechselt die Stammgemeinschaft Ende Monat von Swisscom zur Post. Der Telco zieht sich aus dem EPD-Geschäft zurück.

publiziert am 15.9.2022 6
image

Quickline bläst zum Angriff auf Swisscom

Der Kabelnetzverbund Quickline weitet sein Angebot auf die ganze Schweiz aus.

publiziert am 8.9.2022 3
image

Swisscom gewinnt Breitbandtests, aber was sagt uns das?

Das deutsche Branchenblatt 'Connect' präsentiert wenig aussagekräftige oder repräsentative Ergebnisse.

publiziert am 30.8.2022 2
image

ETH kauft Telcodienste für 7 Millionen von Swisscom – freihändig

Ohne öffentliche Ausschreibung hat die ETH mobile Daten- und Sprachkommunikation beschafft. Dafür gehen knapp 7 Millionen Franken an Swisscom.

publiziert am 19.8.2022