Swisscom leidet (ein bisschen) unter Preiszerfall

8. August 2012, 10:21
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Der Ex-Monopolist hat im ersten Halbjahr 2012 etwas weniger umgesetzt und etwas weniger verdient als vor einem Jahr. Erstaunlich: Schon zwei Drittel der neu verkauften Mobiltelefone sind Smartphones.

Der Ex-Monopolist hat im ersten Halbjahr 2012 etwas weniger umgesetzt und etwas weniger verdient als vor einem Jahr. Erstaunlich: Schon zwei Drittel der neu verkauften Mobiltelefone sind Smartphones.
Swisscom hat heute Zahlen zum Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr veröffentlicht. Wie nicht anders zu erwarten war, leidet der Ex-Monopolist unter Preiszerfall im Kerngeschäft Telefonie. Swisscom schätzt die Auswirkung der Preiserosion auf etwa 170 Millionen Franken im ersten Halbjahr. Es ist dem Konzern aber gelungen, den Rückgang bei Umsatz und Gewinn durch den Gewinn von neuen Kunden und den Wechsel zu Bündel-Angeboten fast ganz zu kompensieren. Die Zahlen:
Swisscom setzte im ersten Halbjahr 5,6 Milliarden Franken um, 1,8 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Der Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) sank um 1,5 Prozent auf 2,2 Milliarden Franken, der Reingewinn sank um 3,5 Prozent auf 928 Millionen Franken. Für das laufende Jahr erwartet Swisscom vor allem auch wegen des tiefen Eurokurses einen etwas tieferen Umsatz als geplant.
Während Umsatz und Gewinn also stagnieren, konnte Swisscom die Zahl der Kunden steigern. So liefert Swisscom 1,694 Millionen Breitbandanschlüsse (+ 4,7 Prozent) und hat nun 694'000 Digital-TV-Kunden - über ein Drittel mehr als vor einem Jahr.
Sorgenkind Fastweb gewinnt Kunden
Die italienische Tochter Fastweb, wegen der Swisscom letzten Dezember viel Geld abschreiben musste, konnte im ersten Halbjahr im italienischen Markt Kunden gewinnen, setzte aber etwas weniger um, weil man (gewillt) weniger Interkonnektionsdienste verkauft hat. Fastweb setzte 849 Millionen Euro um und verdiente vor Abschreibungen doch 233 Millionen Euro. Fastweb hat gemäss Swisscom im ersten Halbjahr 2012 78'000 zusätzliche Kunden gewinnen können.
Schweiz ist Smartphone-Land
Offenbar ist der Mobiltelefonie-Markt in der Schweiz immer noch nicht ganz an seine Wachstumsgrenzen gestossen. Swisscom hat im ersten Halbjahr 2012 201'000 Mobilfunkkunden gewonnen und hat nun total 6,1 Millionen. Der Telefoniekonzern verkaufte total 640'000 Mobiltelefone. Über zwei Drittel davon (68 Prozent) waren Smartphones und fast jedes zweite Handy im Swisscom-Netz ist heute ein Smartphone. Massiv gesunken ist hingegen die Kommunikation über SMS (minus 30 Prozent). Dies, weil die Menschen vermehrt über soziale Medien wie Twitter und Facebook oder über kostenlose SMS-Dienste kommunizieren. Entsprechend sank der durchschnittliche Umsatz pro Mobilfunkkunde von Swisscom pro Monat leicht auf nun 45 Franken. (hc)

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