Swisscom macht 70 Prozent des Umsatzes mit Produkten, die es vor zehn Jahren noch nicht gab

8. September 2014, 10:47
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Die Einnahmen von Swisscom im angestammten Geschäft schwinden jährlich um eine halbe Milliarde Franken.

Die Einnahmen von Swisscom im angestammten Geschäft schwinden jährlich um eine halbe Milliarde Franken. Für Swisscom-Chef Urs Schaeppi stellt dies das grösste Problem seines Unternehmens dar. Die Lösung sieht Schaeppi unter anderem im verstärkten Einstieg ins Cloud Computing.
"Allein die Senkung der Roamingtarife hat bei uns zu jährlichen Einnahmeausfällen von 160 Millionen Franken geführt", sagt der Chef des grössten Schweizer Telekomunternehmens in einem Interview, das am Montag in einer Beilag der Wirtschaftszeitung 'L'Agefi' erschienen ist.
"Man spricht immer vom ehemaligen Monopol von Swisscom. Tatsächlich ändert sich der Telekommarkt so schnell, dass es essentiell ist, schnell zu reagieren und Entwicklungen vorauszusehen", sagt Schaeppi. So mache Swisscom aktuell 70 Prozent seines Umsatzes mit Produkten, die es noch keine zehn Jahre gebe.
Schaeppi will den Umsatzschwund mit der Ausweitung bestehender Angebote und neuen Produkten kompensieren. So wachse das TV-Geschäft stark. Ebenfalls grosses Wachstumspotential habe das Geschäft mit der Cloud. "Dieses Geschäftsfeld bringt Swisscom in einigen Jahren zusätzliche Einnahmen von mehr als 100 Millionen Franken", so Schaeppi.
Keine Übernahmen im Ausland
Keine Option dagegen ist es, den Umsatz mit dem Zukauf von ausländischen Telekomunternehmen zu erhöhen. "Für diese Art der Expansion sind wir zu klein", sagt Schaeppi. Swisscom müsse sich auf die Schweiz konzentrieren.
Dennoch strebt Schaeppi auch ein Wachstum im Ausland an. In zehn Jahren würden ausländische Kunden via ausländische Partnerfirmen Daten in der Schweiz speichern.
Für das laufende Jahr erwartet Swisscom ein leichtes Wachstum bei Umsatz und Betriebsgewinn. Im ersten Halbjahr 2014 stieg der Umsatz um 1,9 Prozent auf 5,7 Milliarden Franken. Der Reingewinn fiel mit 806 Millionen Franken 1,6 Prozent tiefer aus. (sda/mim)

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