Swisscom: Mobility verändert Geschäftsmodelle

19. September 2013, 14:05
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Einen Tag lang widmeten sich 750 Kunden und mehr als 100 Partner an der "Swisscom Dialog Arena" dem Themenbereich Mobilität und Zusammenarbeit.

Einen Tag lang widmeten sich 750 Kunden und mehr als 100 Partner an der "Swisscom Dialog Arena" dem Themenbereich Mobilität und Zusammenarbeit.
Mit einem Loblied auf die Schweizer Wettbewerbsfähigkeit begrüsste Christian Petit (Foto), seit Anfang September 2013 Nachfolger von Us Schaeppi als Leiter Grossunternehmen bei Swisscom, die Medien zur diesjährigen Hausmesse "Swisscom Dialog Arena" im Hallenstadion Zürich. Trotz hoher Kosten spiele die Schweiz im internationalen Vergleich jeweils auch bei der Produktivität sehr weit vorne mit, betonte er. Neben anderen Faktoren trage insbesondere die hierzulande bestehende sehr gute Infrastruktur auf dem neusten technologischen Stand zu dieser ungewöhnlichen Situation bei, meinte Petit.
Zum Vergleich nannte er sein Mutterland Frankreich, wo man erst seit kurzem auf LTE-Technologie setzt und damit gerade mal eine Abdeckung von 30 Prozent erreicht. Das hiesige LTE-Netz, das schon viel länger im Aufbau begriffen ist, decke derzeit bereits rund 70 Prozent der Schweiz ab. Und die mit LTE nahezu unbegrenzten Bandbreiten dieser Infrastruktur nannte Petit denn auch neben den überall verfügbaren IP-basierten Netzen (Internet) und guter Bedienbarkeit (Usability) sowie immer mehr vernetzter Objekte als wichtigsten Treiber künftiger Entwicklungen in den Unternehmen.
"In den nächsten zehn Jahren werden deshalb nahezu alle Prozesse in den Unternehmen angepasst werden müssen". Für Swisscom, so der neue Grosskundenchef weiter, eröffneten sich mit dem Zugang zu immer mehr mobil verfügbaren Angeboten gerade im Unternehmensumfeld zahlreiche neue Service-Bereiche, in deren Mittelpunkt immer weniger irgendein Endgerät stehen wird, sondern das Management von Inhalten. Hier zeichne sich ein Wandel ab, der weg geht vom Mobile Device Management hin zum Enterprise Mobility Management.
Enorme Wachstumsraten
Laut Urs Lehner, Leiter Marketing und Verkauf im Grosskundenumfeld der Swisscom, erziele man derzeit mit gemanagten mobilen Service-Paketen "jährliche Wachstumsraten von knapp 300 Prozent". Selbst wenn hier von einer niedrigen Basis auszugehen ist, liegt die Schweiz in Sachen Mobilitätsverhalten doch weit vorne. 43,6 Prozent der Bevölkerung nutzen bereits Smartphones und 66 Prozent von ihnen täglich Apps. Im Schnitt sind 40 Apps installiert, von denen 11 regelmässig genutzt würden, führte Lehner weiter aus. Und hier schlummere ein bisher noch viel zu wenig erschlossenes Potential für den Einsatz im Arbeitsalltag. Da man bei Swisscom schon seit mehr als einem Jahr stark mobile-orientiert Arbeitsmodelle favorisiere, könne man den Kunden - sprich Unternehmen - nun schon mit konkreten eigenen Erfahrungen weiterhelfen.
Petit betonte deshalb, dass man derzeit noch viel erklären müsse bei der Umstellung bisheriger Geschäftsmodelle. Aber es gebe durchaus schon erfolgreiche Umsetzungen. So verstehe sich Swisscom beispielsweise in Sachen Identity Management als Vorreiter in der Schweiz. Künftig werde es darum gehen, in weiteren Bereichen die Unternehmen von den Vorteilen gemanagter mobiler und skalierbarer Services zu überzeugen. (Volker Richert)

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