Swisscom: "Preiserosion" frisst 440 Millionen Umsatz

9. November 2011, 13:43
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Die Zahl der Kunden und Mitarbeiter ist aber gestiegen, und der Betriebsgewinn nur leicht gesunken.

Die Zahl der Kunden und Mitarbeiter ist aber gestiegen, und der Betriebsgewinn nur leicht gesunken.
Die Erosion nagt an Gebirgen, Ackerböden und wie es scheint auch am Umsatz des Schweizer Telco-Felsens Swisscom. Die "Preiserosion", so berichtet Swisscom heute, habe im Schweizer Geschäft rund 438 Millionen Franken Umsatz gekostet. Trotz eines Zuwachses an Kunden und Volumen in verschiedenen Bereichen, der laut Swisscom zusätzliche 343 Millionen Franken einbrachte, sank der Gesamtumsatz daher etwas. Zurückgegangen sind die Einnnahmen unter anderem durch neue Preismodelle (Pauschaltarife), sowie sinkende Preise für Mobilterminierung, Daten-Roaming oder den mobilen Datenverkehr.
Genau diese 438 Millionen Franken fehlten Swisscom denn auch, um den Gesamtumsatz verglichen mit den ersten neun Monaten des letzten Jahres zu halten. Inlusive Fastweb sank der Gesamtumsatz nämlich um ebendiese 438 Millionen Franken beziehungsweise 4,9 Prozent auf 8,54 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibern sank aber nur leicht, um 0,7 Prozent auf 3,52 Milliarden Franken.
Wenn man das Tochterunternehmen Fastweb nicht mitrechnet, ging der Umsatz um 1,2 Prozent auf 6,95 Milliarden Franken zurück. Der Umsatz des italienischen Breitbandproviders sank dagegen weit deutlicher, um 7,8 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.
Gleichzeitg war Fastweb aber auch dafür "verantwortlich", dass Swisscom unter dem Strich doch etwas mehr Reingwinn verbuchen konnte. Dieser stieg um 8,4 Prozent auf 1,53 Milliarden Franken. Der Grund waren Sondereffekte bei Fastweb. Einerseits fielen Rückstellungen für das Mehrwehrtssteuerverfahren, die Fastweb vor einem Jahr noch belastet hatten, weg, andererseits spülte die Beilegung eines Rechtsstreits mit einem Konkurrenten in Italien dieses Jahr zusätzliche 56 Millionen Euro in die Swisscom-Kassen.
Mehr Kunden, mehr Mitarbeiter
In der Schweiz konnte Swisscom in diversen wichtigen Bereichen Kundenzuwächse verzeichnen. So stieg die Zahl der Mobilfunkkunden um angesichts der Marktsättigung erstaunliche 3,8 Prozent auf fast 6 Millionen. Die Zahl der von Swisscom selbst gelieferten Internet-Breitbandanschlüsse stieg um 5,3 Prozent auf 1,64 Millionen und die Zahl der Swisscom-TV-Kunden um 55 Prozent auf 556'000.
Gleichzeitig erhöhte das grösste Schweizer Telekommunikationsunternehmen auch seine Mitarbeiterzahl um 2,7 Prozent auf 20'032. Das entspricht insgesamt 521 zusätzlichen Vollzeitstellen, wovon 400 in der Schweiz geschaffen wurden. (hjm)

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