Swisscom prüft Expansion des IT-Geschäfts in Italien

13. April 2010, 15:08
  • cloud
  • outsourcing
image

Der im Zuge einer Affäre vorübergehend zurückgetretene Chef der Swisscom-Tochter Fastweb, Stefano Parisi, soll das IT-Geschäft von Swisscom in Italien aufbauen.

Der im Zuge einer Affäre vorübergehend zurückgetretene Chef der Swisscom-Tochter Fastweb, Stefano Parisi, soll das IT-Geschäft von Swisscom in Italien aufbauen.
In einem Interview mit der italienischen Wirtschaftszeitung 'Il Sole 24 Ore'.
Swisscom hatte am Karfreitag mitgeteilt, dass Parisi sein Amt als Fastweb-CEO bis zur Klärung seiner Rolle in der laufenden Untersuchung niederlege. Ihm würden zwischenzeitlich "andere Funktionen" innerhalb des Swisscom-Konzerns zugewiesen, hiess es. Auf die Frage des italienischen Journalisten, welche Aufgaben Parisi genau übernehme, sagte Schloter nun, Parisi werde Swisscom IT Services führen, um den italienischen Firmenkunden IT-Dienstleistungen anzubieten. Er werde auch für regulatorische und strategische Aufgaben von Swisscom in Italien zuständig sein.
IT-Outsourcing für italienische Kunden
Swisscom-Sprecher Martin Schweikert präzisiert auf Anfrage von inside-it.ch Schloters Aussage in dem Interview. Nicht die Swisscom-Tochter Swisscom IT Services, sondern Swisscom als Konzern prüfe, ob man die Angebotspalette in Italien erweitern könne. Es werde eine Firma gegründet, welche IT-Outsourcing-Dienste anbieten soll und Swisscom Italia unterstellt sei. Wie dieses Unternehmen heissen wird, ist aber noch nicht bestimmt.
Schweikert bestätigt ferner, dass Parisi für den Aufbau dieses Unternehmens in Italien zuständig ist. Parisi soll "die Fühler ausstrecken" und potenzielle Kunden angehen. In erster Linie hat Swisscom die Fastweb-Kunden im Visier, die auch ihre IT an Swisscom auslagern möchten. Man sei bisher recht opportunistisch vorgegangen, so Schweikert. Nun wolle man aber mit Parisi den italienischen IT-Markt strategisch angehen. Für Parisi sei das zudem eine gute Gelegenheit, um den Kontakt zu Italien aufrecht zu erhalten.
Parisi ist nur vorübergehend als CEO des Breitbandanbieters Fastweb zurückgetreten. Sollte die Affäre in einigen Monaten überstanden sein, soll er nach Meinung von Swisscom zurückkehren. Ob Parisi dann zusätzlich für den Aufbau des IT-Outsourcing-Arms von Swisscom in Italien zuständig sein werde, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, so Schweikert.
Swisscom IT bisher nur mit Stützpunkten
Der Outsourcing-Arm von Swisscom verfügt zurzeit lediglich über einige Stützpunkte im Ausland. So gibt es etwa in der norditalienischen Stadt Gallarate einen Service-Standort, der ausschliesslich für IT-Dienstleistungen für die SBB zuständig ist. Der Outsourcer Swisscom IT Services konzentrierte sich bisher auf den Schweizer Markt, obwohl man betonen muss, dass die im Bankengeschäft tätige Tochtergesellschaft Comit auch Auslandsniederlassungen in Wien, Frankfurt, München, Singapur und Luxemburg hat. (Maurizio Minetti)

Loading

Mehr zum Thema

image

Edöb: "Vertrauen Behörden nur auf private Gutachten, können sie sich eine blutige Nase holen"

Der Eidgenössische Datenschützer kritisiert Anwaltskanzleien, die Behörden beim Einsatz von US-Cloud-Diensten Sicherheit versprechen. Im Interview schildert Adrian Lobsiger seine Sicht.

publiziert am 28.9.2022 3
image

Public Cloud: Der Bund hat Verträge mit Hyperscalern unterzeichnet

Da noch ein Gerichtsverfahren hängig ist, können die Ämter noch keine Cloud Services im Rahmen der 110 Millionen Franken schweren WTO-Beschaffung beziehen.

publiziert am 27.9.2022 1
image

Basler Datenschützer sieht Cloud-Gutachten kritisch

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung bedeute der Entscheid aus Zürich nicht, dass der Gang in die Cloud unproblematisch sei, findet der kantonale Beauftragte in Basel-Stadt.

publiziert am 26.9.2022
image

Wie ERP-Lösungen bei Unternehmen abschneiden

ERP-Anwender aus dem DACH-Raum kritisieren in einer Trovarit-Befragung die Performance der Systeme. Nachhaltigkeit ist zum Trendthema geworden, noch vor der Cloud.

Von publiziert am 26.9.2022