Swisscom redet von "rauerem Wind"

3. November 2016, 10:04
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Swisscom hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres deutlich mehr verdient als im Vorjahr.

Swisscom hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Der Reingewinn kletterte um 13,1 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken. Im Vorjahr hatte allerdings die Rückstellung von 186 Millionen Franken für eine Busse der Weko das Ergebnis nach unten gezogen. Im zweiten Quartal 2016 erhielt zudem die Swisscom-Tochter Fastweb eine Entschädigung in Höhe von Millionen Euro als Folge einer aussergerichtlichen Einigung in einem Rechtsstreit.
Der Betriebsgewinn vor Amortisationen und Abschreibungen (EBITDA) kletterte in der Folge um 6,7 Prozent auf 3,3 Milliarden Franken, wie der Telekomkonzern heute Donnerstag bekannt gab. Ohne die Sondereffekte wäre der Betriebsgewinn allerdings um 1,7 Prozent gesunken.
Der Umsatz des "blauen Riesen" stagnierte bei 8,643 Milliarden Franken. "Wir haben erneut solide Zahlen erarbeitet, auch wenn der Wind im dritten Quartal rauer geworden ist", erklärte Swisscom-Chef Urs Schaeppi im Communiqué. Starker Preisdruck und sinkende Preise für die Benutzung von Handys im Ausland (Roaming) wirkten sich negativ auf Umsatz und Profitabilität aus.
Schweizer Geschäft unter Druck
Im Schweizer Kerngeschäft schrumpfte der Betriebsgewinn um 3,5 Prozent. Grund dafür sei der Preisdruck, sinkende Roamingpreise, die Kosten für die Gewinnung von Kunden sowie ein abflauender Kundenzustrom. In Italien verdiente die Swisscom indes mehr. Bei Fastweb stieg der EBITDA auch wenn man den Sondergewinn aus dem Rechtsfall abrechnet um 7,4 Prozent.
Im Mobilfunk ist der grösste Schweizer Telekomanbieter an die Decke gestossen. Zwar konnte er noch mehr Abokunden gewinnen. Aber bei den Prepaidkunden gab es eine leichte Abwanderung. Insgesamt sank die Zahl der Mobilfunkkunden der Swisscom um 0,1 Prozent auf 6,613 Millionen.
Auf der anderen Seite legte das TV-Geschäft weiterhin kräftig zu. In den ersten neun Monaten wuchs die Zahl der Fernsehkunden um 13 Prozent auf 1,44 Millionen. Auch bei den Bündelangeboten war der Anstieg deutlich. Unter Druck steht dagegen das Grosskundengeschäft, wo der Umsatz wegen des harten Wettbewerbs im Mobilfunk schrumpfte.
Über 300 Stellen weniger
Angesichts des Drucks will die Swisscom sparen. Die Zahl der Mitarbeiter sank um 311 auf 21'292 Vollzeitstellen. Bereinigt um Unternehmenskäufe nahm der Personalbestand um 350 Vollzeitstellen oder 1,6 Prozent ab.
Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2016 bleibt unverändert. Die Swisscom erwartet weiterhin einen Nettoumsatz von über 11,6 Milliarden Franken und einen EBITDA von rund 4,25 Milliarden Franken. (sda/hjm)

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