Swisscom schliesst Callcenter in Biel

15. September 2020, 13:45
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Fast 200 Arbeitsplätze sind betroffen. Der Personalverband Transfair kritisiert den Schritt scharf.

Swisscom gibt im Herbst 2021 ein Gebäude in Biel an der Aarbergstrasse auf. Das Gebäude wurde 1994 von Telecom PTT gebaut und später verkauft. Aktuell arbeiten rund 200 Mitarbeitende in diesem Gebäude.
Die rund 180 Arbeitsplätze im Callcenter würden nach Olten und Lausanne verschoben, schreibt Swisscom. "Alle betroffenen Mitarbeitenden erhalten das Angebot, in Zukunft an einem dieser Standorte ihrer Tätigkeit nachzugehen." Weitere 20 Mitarbeiter von anderen Unternehmensbereichen würden ihren Arbeitsort nach Olten, Lausanne, Neuenburg und Bern verlagern. 
Grund für den Wegzug sei die Standortkonsolidierung aufgrund der auslaufenden Mietverträge und des sinkenden Bedarfs an fest zugeteilten Arbeitsplätzen, hiess es. Dies und der hohe Wettbewerbs- und Kostendruck, der harte Preiskampf sowie das veränderte Kundenverhalten führten zur laufenden Überprüfung und Konsolidierung der Standorte.
Der Personalverband Transfair nennt den Entscheid "in mehrfacher Hinsicht katastrophal", es handle sich um einen Abbau und nicht um eine Konsolidierung. Für die Mehrheit der Angestellten werde sich der Arbeitsweg wesentlich verlängern. Für einen Teil sei der Arbeitsweg mit mehr als 90 Minuten gemäss den Bestimmungen des Sozialplans nicht mehr zumutbar.
Swisscom bewege sich in einem Umfeld, das sich immer schneller verändert. Hoher Wettbewerbs- und Kostendruck, harter Preiskampf, verändertes Kundenverhalten, neue Arbeitsformen und der sinkende Bedarf an fest zugeteilten Arbeitsplätzen würden zu einer laufenden Überprüfung und Konsolidierung der Standorte führen, so die Mitteilung weiter. 

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