Swisscom schnappt sich alle Phone-House-Läden

20. März 2008, 10:05
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Sunrise und Orange als Verlierer.

Sunrise und Orange als Verlierer.
Swisscom übernimmt zu einem ungenannten Preis per 1. Mai 2008 alle 62 Filialen sowie die Zentrale und die Mehrheit der Mitarbeitenden des Handy-Spezialisten The Phone House Schweiz. Der bisherige Inhaber, die britische The Carphone Warehouse Group, wird das Festnetz- und Versicherungsgeschäft (für Handys) in der Schweiz weiterführen.
Sunrise, Orange und Yallo als Verlierer
Nachdem schon vor einem Monat über den Rückzug von The Phone House aus der Schweiz spekuliert wurde, scheint nun mit dem Verkauf an Swisscom eine wohl für beide Seiten gute Lösung gefunden worden zu sein. Die Verlierer sind ganz klar die Swisscom-Konkurrenten Sunrise, Orange und auch Yallo, denn in den zukünftig als Swisscom-Shops funktionierenden ehemaligen Phone-House-Filialen (von denen sich 26 in Manor-Geschäften befinden) wird es ausschliesslich Produkte aus dem Swisscom-Sortiment geben. Swisscom betreibt heute bereits 110 Shops in der Schweiz, davon 11 in Globus-Filialen. Laut Swisscom-Sprecher Carsten Roetz will Swisscom weiterhin mit Globus und Manor zusammenarbeiten.
Roetz sagt gegenüber inside-it.ch, dass die Swisscom-Shops natürlich auch für Kunden anderer Anbieter offen sind. In der Übergangszeit werden sicher auch die Kunden der Konkurrenz betreut. "Wie es nachher sein wird, müssen wir noch entscheiden", so Roetz.
Das Festnetz- und Mobile-Angebot, das The Phone House in Kooperation mit Sunrise anbietet, soll gemäss Sunrise-Sprecher Konrad Stokar vorerst weiter bestehen. Letztlich sei es aber die Entscheidung von The Phone House (also von Swisscom), ob die Zusammenarbeit weitergeführt wird.
Wie viele Stellen werden gestrichen?
Eine detaillierte Standortanalyse soll Aufschluss darüber geben, welche Filialen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht mehr benötigt werden und wo "Synergien im administrativen Bereich genutzt werden können", schreibt Swisscom. Das Telekommunikationsunternehmen geht davon aus, dass es bei einer "kleinen Anzahl" von Standorten und verkaufsunterstützenden Funktionen zu einer Konsolidierung kommen wird, weshalb mit einer "relativ geringen Reduktion von Arbeitsplätzen" gerechnet wird. Der mögliche Stellenabbau soll soweit wie möglich durch Fluktuation und den Abbau externer Kapazitäten erfolgen.
The Phone House Schweiz beschäftigt momentan rund 250 Mitarbeitende. Roetz betont, dass die Übernahme erfolgt sei, um den Service zu verbessern und die Dichte an Verkaufsberatern zu erhöhen. Man wolle nicht primär Stellen abbauen. (Maurizio Minetti)

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