Swisscom soll Konkurrenten entschädigen

14. Juni 2005, 11:37
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Interkonnektionspreise waren zu hoch, entscheidet die ComCom – schon zum zweiten Mal

Interkonnektionspreise waren zu hoch, entscheidet die ComCom – schon zum zweiten Mal.
Die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) hat entschieden, dass die Interkonnektionspreise der Swisscom in den Jahren 2000 und 2003 zu hoch waren. Die Interkonnektionspreise sind die Beträge, die ein Telco dem anderen verrechnet, wenn Kunden des einen ins Netz des anderen telefonieren. Die ComCom hat nun die Swisscom dazu verknurrt, die Preise rückwirkend um rund 30 Prozent zu senken – sprich Geld zurückzuzahlen.
Tiefere Preise für Endkunden...
Die ComCom hat ihren Entscheid aufgrund einer Kostenanalyse des Bakom getroffen. Der rückwirkende Preisnachlass gilt allerdings nur für TDC (Sunrise) und MCI Worldcom, die beiden Unternehmen, welche die Prüfung der Preise ursprünglich verlangt haben. I
In Zukunft allerdings, so legte die ComCom darüber hinaus fest, sollen die tieferen Preise für alle Telekommunikationsanbieter gelten. Das heisst die Swisscom muss allen anderen Telekommunikationsunternehmen die tieferen Interkonnektionspreise verrechnen, diese dürfen aber ihrerseits auch nicht mehr verlangen. Mit der Zeit müsste dies auch zu tieferen Preisen für die Endkunden führen.
...nur wenn das Bundesgericht mitspielt
Der Entscheid der ComCom bleibt allerdings vorerst theoretisch. Er entspricht weitgehend dem Beschluss, welchen die ComCom am 6. November 2003 in der gleichen Sache fällte. Damals verlangte die Kommission eine rückwirkende Senkung um 25 bis 35 Prozent. Die Swisscom wehrte sich aber gegen die Weisung und zog die Sache vor das Bundesgericht weiter. Dieses hob den Entschluss im Oktober 2004 auf und schickte die Sache zur Neubeurteilung zurück zur ComCom.
Nun dürfte eine neue Runde auf dem juristischen Karussell beginnen. Die Swisscom hat unverzüglich gegen den aktuellen Beschluss protestiert und will auch dieses mal wieder Beschwerde vor dem Bundesgericht einreichen. (Hans Jörg Maron)

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