Swisscom steckt 60 Millionen in die Entbündelung der letzten Meile

27. November 2007, 09:57
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Am 1.

Am 1. April 2007 ist die sogenannte letzte Meile (Kupferkabel zwischen Ortszentrale und Hausanschluss) für Konkurrenten des ehemaligen Monopolisten Swisscom geöffnet worden, doch die Swisscom ist bemüht, den Eindruck einer offenen Wettbewerbssituation zu bewahren. So teilt das Telekom-Unternehmen heute mit, dass "Swisscom mit voller Kraft an der Umsetzung des Fernmeldegesetzes" arbeitet. 300 Swisscom-Mitarbeitende seien am Projekt beteiligt. Swisscom investiert dabei über 60 Millionen Franken.
20 Unternehmen haben 45 Verträge unterzeichnet, zum Teil unter Vorbehalt der Preise. 160 Standorte in rund hundert Telefonzentralen seien zur Mitbenutzung übergeben worden (Kollokation). "Entbündelungs-Pionier" war der Provider VTX, der bereits im Juli die erste Swisscom-Zentrale in Sion entbündelte.
Preis zu hoch
Francis Cobbi, Co-CEO von VTX, findet aber in der Swisscom-eigenen Mitteilung auch kritische Worte: "Weil wir die ersten waren, gab es Startschwierigkeiten: die Zentralen waren nicht genügend vorbereitet und wir haben folglich Zeit verloren." Dank dem "ständigen Dialog" mit Swisscom habe sich die Situation verbessert, so Cobbi. VTX ist zuversichtlich, bis Mitte 2008 eine Abdeckung von 50 Prozent zu erreichen.
Auch VTX, so wie praktisch alle Swisscom-Konkurrenten, erachtet den Preis für den Zugangsdienst als zu hoch und erwarten, dass der Regulator "für uns Position bezieht".
Laut Swisscom ermöglichen die Angebote für die Endkunden auf der Basis des revidierten Fernmeldegesetzes "deutliche Preissenkungen bei Breitbanddiensten und Telefonie". Davon ist allerdings noch nicht wirklich viel zu spüren. (mim)

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