Swisscom stoppt Outsourcing-Projekt für Netzbau

21. Oktober 2010, 15:19
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Die Swisscom hat ein Pilotprojekt zur Auslagerung der im Netzbau tätigen Swisscom-NIT (Network Infrastructure Technology) und von Teilen der Swisscom-Tochter Cablex gestoppt.

Die Swisscom hat ein Pilotprojekt zur Auslagerung der im Netzbau tätigen Swisscom-NIT (Network Infrastructure Technology) und von Teilen der Swisscom-Tochter Cablex gestoppt. Damit wollte der Telekommunikationskonzern die Kosten um 10 bis 15 Prozent senken. Dies berichtet die 'Handelszeitung' in ihrer aktuellen Ausgabe.
Die Gewerkschaften bezeichneten die Auslagerung des Netzbaus als unsozial und befürchteten Einbussen bei den Löhnen, der Pensionskasse und bei den Arbeitsbedingungen. Zudem würde die Swisscom, so heisst es in einem Unterschriftenbogen der Gewerkschaft Kommunikation, ein wichtiges Glied in der Wertschöpfungskette verlieren. "Sie gibt das technische Know-how im Netzbau ab und wird im Management neue Leute einstellen müssen, die nur für das Controlling zuständig sein werden. Unter dem Strich spart also Swisscom nichts, bläst aber die Verwaltung auf - ein betriebswirtschaftlicher Unsinn."
Offenbar haben die rund 550 von der Gewerkschaft gesammelten Unterschriften zum Marschhalt angeregt. Zumindest temporär, wie Swisscom-Sprecher Sepp Huber gegenüber der 'Handelszeitung' sagte: "Das Projekt für eine Auslagerung im Bereich Kupfer-Standardgeschäft wird aktuell nicht weiter verfolgt. Zunächst werden weitere Abklärungen getroffen. Entscheide sind keine gefällt." Outsourcing bleibe jedoch "eine strategische Option, die in geeigneten Projekten" geprüft werde.
Giorgio Pardini, Vizepräsident der Gewerkschaft Kommunikation, sieht noch weitere Gründe für den Abbruch des Pilotprojektes. So habe die Swisscom wohl eingelenkt, weil bei einer Auslagerung die Arbeitsabläufe nicht mehr optimal gewesen wären. Zudem, so Pardini gegenüber der Zeitung, habe sich wohl gezeigt, dass sich die erwarteten Einsparungen "bei weitem nicht erfüllt hätten".
In der Telekommunikationsbranche ist Outsourcing ist nicht unüblich. So haben die beiden Swisscom-Konkurrenten Sunrise und Orange den Unterhalt ihres Mobilfunknetzes an Alcatel-Lucent ausgelagert. (bt)

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