Swisscom trennt sich von Accarda – Gewerkschaften protestieren

28. Juni 2007, 13:45
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Der Genfer Detailhandelskonzern Maus Frères Holding übernimmt per 2.

Der Genfer Detailhandelskonzern Maus Frères Holding übernimmt per 2. Juli zu einem ungenannten Preis das Kartengeschäft der Swisscom-Tochter Accarda. Accarda beschäftigt derzeit zirka 260 Mitarbeitende und bietet Dienstleistungen im Bereich Kundenkarten mit Zahl- und Kreditfunktion. Der neue Eigentümer übernimmt alle rund 200 Mitarbeitenden, die bisher der Einheit Card Services von Accarda in Brüttisellen angehörten. Die Maus-Gruppe ist mit Abstand der grösste Kunde von Accarda.
Der Accarda-Teil Collection Services (Inkasso) wird aus Accarda herausgegliedert und bleibt wie die beiden Accarda-Tochtergesellschaften Billag und Medipa bei Swisscom. Die drei Gesellschaften werden zukünftig vom Bereich Related Businesses gesteuert. Das Inkassogeschäft wird ab 1. Juli in die eigenständige Gesellschaft Alphapay geführt. Ebenfalls vom Verkauf nicht betroffen sind die Payment-Aktivitäten von Swisscom.
Die international tätige Maus-Gruppe wurde 1902 gegründet und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 6 Milliarden Franken. Die Gruppe beschäftigt 12'000 Mitarbeitende in der Schweiz und 7000 in anderen Ländern. Unter anderem besitzt das Unternehmen die Warenhauskette Manor, Carrefour, Jumbo, Fly und Athleticum.
"Unfreundlicher Akt"
Die Gewerkschaften Kommunikation und transfair kritisierten den Verkauf, weil damit der Gesamtarbeitsvertrag auf Ende 2007 gekündigt wurde. Das sei ein "unfreundlicher Akt der Swisscom", der einer guten Sozialpartnerschaft nicht würdig sei. Sie erwarten von der Maus-Gruppe und von Accarda die Aufnahme von Verhandlungen über den Abschluss eines neuen GAVs. Durch die kurzfristig erfolgte Information hätte man wichtige Fragen wie künftige Anstellungsbedingungen und Beschäftigungssicherheit nicht klären können, kritisieren die Gewerkschaften. (mim)

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