Swisscom und Orell Füssli entwickeln gemeinsam digitale IDs

4. Januar 2022, 11:13
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Die Unternehmen wollen gemeinsam die Entwicklung, Verwaltung und Nutzung von verbindlichen digitalen Nachweisen vorantreiben. Basis der Zusammenarbeit ist eine kürzliche Akquise von Orell Füssli.

Spätestens in einem Jahr sollen "vertrauenswürdige, fälschungssichere und intelligente digitale Nachweise" aus einer neu angekündigten strategischen Partnerschaft von Swisscom und Orell Füssli hervorgehen. Diese sollen Privaten, Unternehmen und Behörden beispielsweise ermöglichen, sich online auszuweisen oder rechtsgültig digitale Unterschriften zu leisten.
Mögliche Anwendungsfelder sind "Altersnachweise beim Detailhandel für den Kauf von Tabak und Alkohol", sagt Orell-Füssli-Sprecher Nicolas Weidmann zu inside-it.ch. Darüber hinaus könne man beispielsweise die Identifikation in Kombination mit dem Covid-Zertifikat anbieten. Wichtig dabei sei, dass die Entwicklung auf den Prinzipien Privacy by design, Datensparsamkeit und dezentrale Datenhaltung beruhe und "die Daten immer nur bei den Usern liegen", so Weidmann.

"Kein Zusammenhang zu E-ID-Plänen des Bundes"

Die angekündigte Partnerschaft habe nichts mit den E-ID-Plänen des Bundes zu tun, sagt Weidmann. Es gehe in erster Linie darum, der breiten Bevölkerung und Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, online einen Altersnachweis zu erbringen. "Allerdings weiss man nie, was die Zukunft bringt", schiebt Weidmann nach. Jedenfalls sind die Einsatzmöglichkeiten von digitalen Nachweisen nahezu unbegrenzt, sofern sie funktionieren und von der Bevölkerung akzeptiert sind. Und sie sind kommerziell interessant, das zeigt die eingegangene Partnerschaft von Orell Füssli und Swisscom nun.
Orell Füssli ist dank der Akquise von Procivis, die vor 4 Monaten abgeschlossen worden ist, bereits in diesem Bereich tätig. Der Anbieter von digitalen Identitäts- und Zertifikatslösungen ist bislang vor allem im Behördenumfeld zu Hause. "Swisscom ist als strategischer Partner geradezu prädestiniert", sagt Nicolas Weidmann. Das Know-how in den Bereichen IT und Mobilfunk helfe dabei, den digitalen Nachweis nahtlos übers Smartphone erbringen zu können.

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