Swisscom verkauft Online-Plattform Mila

5. Oktober 2020, 12:14
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Gemeinsam mit Investoren übernimmt Mila-Gründer und -CEO Chris Viatte das Startup. Erklärtes Ziel ist, international zu wachsen.

Vor rund fünf Jahren hat Swisscom die Mehrheit an der "Nachbarschaftshilfe"-Plattform übernommen, nun verkauft der Telco das Startup wieder. Käufer sind Mila-Gründer Chris Viatte sowie eine Investorengruppe, teilt das Unternehmen mit.
Über die Plattform Mila wird Hilfe von Amateuren und Profis bei technischen Problemen vermittelt. Dies wurde von Swisscom genutzt, aber auch von Geschäftspartnern wie Interdiscount, Lumimart, Otto, Amazon, Brack oder Bosch. Das Gros der über 200'000 bisher vermittelten Einsätzen sei auf die Schweiz, Deutschland, Frankreich und England entfallen, heisst es in der Mitteilung. 
Die Mila-Friends und -Profis hätten Swisscom in der Phase der Migration der Privatkunden auf All-IP-Produkte stark entlastet. Da die Migration auf All IP inzwischen abgeschlossen und die Installation der Swisscom-Produkte vereinfacht seien, wäre das Auftragsvolumen von Swisscom stark rückläufig. Deshalb habe man bei Mila den Fokus auf das Wachstum mit neuen Geschäftspartner im In- und Ausland gelegt.

Die Schweiz ist Mila zu klein

Swisscom werde auch nach dem Verkauf weiterhin auf Mila setzen, geht aus der Mitteilung hervor, denn das Modell habe sich bewährt. "Nun ist es für Mila Zeit, die nächsten, grossen Schritte ausserhalb der Schweiz anzugehen", sagt Roger Wüthrich-Hasenböhler, Chief Digital Officer von Swisscom und aktueller Mila Verwaltungsratspräsident.
Mit Viatte und der internationalen Investorengruppe, sollen die Wachstumschancen besser als bisher genutzt werden können. Die Investorengruppe werde angeführt von Alpana Ventures aus der Schweiz sowie von Oriza Ventures und Plug and Play Ventures aus dem Silicon Valley.
"Der Markt Schweiz allein und insbesondere der Fokus auf Swisscom ist für unser Geschäftsmodell zu klein. Ursprünglich haben wir nur Support-Aufträge für Swisscom vermittelt, inzwischen konnten wir 30 weitere Kunden in ganz Europa dazu gewinnen", sagt Viatte. Das grösste Potenzial sehe er in der Zusammenarbeit mit internationalen Geräteherstellern. Dabei helfe, dass eine internationale Investorengruppe hinter Mila stehe, fügt der CEO an. 

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