Swisscom verzeichnet gutes erstes Halbjahr

5. August 2021, 09:07
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Der Telco konnte wieder besonders vom Italien-Geschäft profitieren. CEO Schäppi verteidigt sich wegen der Pannenserie.

Swisscom hat im ersten Halbjahr 2021 auf allen Ebenen zugelegt. Der Umsatz stieg insgesamt um 2,6% Prozent auf 5,58 Milliarden Franken, wie der Telco bekannt gab. Im Schweizer Kerngeschäft erhöhte sich der Umsatz leicht um 0,5% auf 4,10 Milliarden.
Der Anstieg stamme aus dem IT-Lösungsgeschäft mit Geschäftskunden und einer höheren Anzahl verkaufter Smartphones. Jedoch führte der anhaltende Wettbewerbs- und Preisdruck weiterhin zu einem Rückgang von 3,1% beim Umsatz mit Telekomdiensten.
Das Geschäft in Italien entwickelt sich weiterhin positiv: Der Umsatz der Breitbandtochter Fastweb kletterte um 6,9%.

Sondereffekte treiben Gewinn hoch

Der Gewinn profitierte von einer Reihe von Sonderfaktoren. Dies trieb den Swisscom-Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen EBITDA um 4,9% auf 2,32 Milliarden Franken nach oben. Unter dem Strich machte die Swisscom einen Gewinnsprung auf 1,05 Milliarden Franken. Das sind 42% mehr als im Vorjahressemester.
Hauptgrund ist eine Beteiligung, welche die italienische Breitbandtochter Fastweb im Rahmen der strategischen Partnerschaft mit Telecom Italia als Kapitaleinlage in das neu gegründete Glasfasernetz-Unternehmen FiberCop übertrug.
Dies führte zu einer ergebniswirksamen Aufwertung der Beteiligung von 169 Millionen Franken im ersten Quartal. Zudem realisierte Swisscom aus dem Verkauf der Beteiligung an der Belgacom International Carrier Services einen Gewinn von 38 Millionen Franken.
Hinzu kam ein Einmalertrag von 60 Millionen aus einer Anpassung bei der Pensionskasse. Auf der anderen Seite bildete der Konzern Rückstellungen von 22 Millionen für Rechtsverfahren. Netto wurde so das Ergebnis um 38 Millionen Franken nach oben getrieben.
Mit den Zahlen hat die Swisscom die Markterwartungen übertroffen. Nun steckt der Konzern die operativen Gewinnziele für das Gesamtjahr 2021 leicht höher. Neu erwartet der Konzern einen EBITDA von 4,4 bis 4,5 Milliarden Franken. Bisher hatte das Management 4,3 bis 4,4 Milliarden Franken angepeilt.

Schäppi verteidigt sich wegen Ausfällen

Swisscom habe wegen der Netzstörungen der letzten Zeit keine Kunden verloren, erklärte Konzernchef Urs Schaeppi. Juristische Klagen von Kunden habe es auch keine gegeben. "Wir sind mit betroffenen Kunden in Kontakt. Die Kernpriorität muss sein, die Gesamtsysteme mit den Kunden weiter zu optimieren", sagte der CEO.
Langfristig denke man über Änderungen der Netzarchitektur nach, die das Gesamtsystem stabiler machen könnten. Die Swisscom habe aber kein strukturelles Problem. "Wir leben in einer Welt, die sich extrem schnell verändert. Es gibt wohl keine Infrastruktur in der Schweiz, die derart vielen Veränderungen ausgesetzt ist wie die der Swisscom", verteidigte sich Schaeppi.
Die Datenvolumina würden stark wachsen. Es sei eine riesige Herausforderung, dieses Wachstum auf den Netzen zu verarbeiten. Die Technologien hätten zudem kurze Lebenszyklen. Es gebe deshalb viele Veränderungen im Netz. "Jede Veränderung hat das Risiko, dass etwas schief läuft", sagte Schaeppi. Die Swisscom führe über 4000 Wartungsarbeiten pro Woche aus. "Wir müssen besser werden bei den Wartungsarbeiten und noch mehr Qualitätssicherungen einbauen."

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