Swisscom will "Managed Services" an die Unternehmen bringen

2. Februar 2011, 16:28
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Wo andere von Cloud reden, redet Swisscom von "Managed Services". In Zürich sind heute sind die ersten Angebote vorgestellt worden.

Wo andere von Cloud reden, redet Swisscom von "Managed Services". In Zürich sind heute sind die ersten Angebote vorgestellt worden.
Der Grosskundenbereich von Swisscom will Unternehmen in Zukunft in diversen Bereichen "gemanagte Services" anbieten: Neben den ab sofort erhältlichen neuen Anwendungen für Communications und Collaboration werden später ICT-Security-Dienste, IT-Infrastruktur- und Cloud-Computing-Services, ein "User-Experience-Design-Angebot sowie ein "Business Value Calculator" folgen. Swisscom hat diese Dienste seit rund einem halben Jahr im Konzern eingeführt und entsprechend erprobt. Ausser in den Callcentern sind beispielsweise alle bisherigen internen PBX-Telefone durch Smartphones abgelöst worden, hiess es heute an einer Veranstaltung in Oerlikon. Mit der Firma Witzig The Office Company präsentierte Swisscom dort auch einen ersten externen Kunden, der eine solche Kommunikationslösung im Einsatz hat.
Laut Urs Schaeppi, Chef der Grosskundensparte von Swisscom, habe man mit den UCC-Lösungen (Unified Communications and Collaboration) aus der Steckdose ein Komplettangebot, wie es in der Schweiz "derzeit einzigartig“ sei, auf Lager. "In drei bis vier Jahren", so Schaeppi weiter, "werden 20 bis 30 Prozent der Swisscom–Kunden solche Dienste nutzen". Die Novität stecke in der Kombination der Applikationen mit dem Netzwerk und der Integrations-Leistung in die bestehende, individuelle ICT-Unternehmenslandschaft.
Konkret geht es darum, Applikationen, Netzwerk, Beratung, Planung und Betrieb der Unternehmenskommunikation zu einem definierten Preis pro User und Monat anzubieten. Schaeppi ist überzeugt, dass sich der Trend zum Outsourcing verstärken wird, so dass der Integration neuer Services in bestehende ICT-Landschaften eine besondere Bedeutung zukommen wird. Statt wie bisher auf vertikale Infrastrukturen zu setzen, würden sich in immer mehr Unternehmen horizontal verteilte Anwendungen durchsetzen. Alle Anwendungen, die zu den sogenannten Commoditys gehören, würden dann ausgelagert und von externen Anbietern wie Swisscom leistungsbezogen zur Verfügung gestellt und abgerechnet. Dass man bei Swisscom hierbei nicht gern von Cloud-Computing spricht, sondern den Ausdruck Managed Services bevorzugt, ist insbesondere dem dahinter stehenden individuellen Integrationsaufwand geschuldet. Statt nur Standardangebote wie etwa Microsoft zu liefern, setzt der hiesige Telekom-Riese auf individuelle Lösungen, wie Schaeppi betonte.
Der "Schweizer VoIP-Papst" Erich Gebhardt, der im September 2009 zu Swisscom wechselte, stellte einige konkrete Applikationen vor. Nicht nur dass dabei Smartphones die ältere Telefongeneration abgelöst haben, der Anwender kann nun auch sein Telefon voreinstellen und beispielsweise wichtige Geschäftsanrufe und private Telefonate oder Büro-Calls sauber trennen und entsprechend empfangen und beantworten: Das Stichwort dafür ist "Profile-Switching". Die Lösung soll ab Sommer 2011 verfügbar sein. Das gleiche soll auch mit der elektronischen Post funktionieren. Unterstützt werden Exchange-, Lync- und Sharepoint-Server.
Ab März soll in Zürich eine Möglichkeit geschaffen sein, dass sich auch fachfremde Unternehmensverantwortliche einen Eindruck von den Möglichkeiten der Managed-Services Lösungen von Swisscom machen können. Das sogenannte Life Experience Center sei aber ausdrücklich nicht als praxisferner Demo-Park konzipiert, sondern wird im direkten Einsatz bei einer ganzen Anzahl von Swisscom-Mitarbeitern gezeigt, wie Gebhardt erklärte. (Volker Richert)

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