Swisscom/Fastweb-Manager unter Generalverdacht

1. März 2010, 14:22
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Bei Swisscom arbeiten zurzeit zwei ehemalige Fastweb-Manager. Sie dürften unschuldig sein – trotzdem stehen sie in den Medien unter Generalverdacht.

Bei Swisscom arbeiten zurzeit zwei ehemalige Fastweb-Manager. Sie dürften unschuldig sein – trotzdem stehen sie in den Medien unter Generalverdacht.
Die Schweizer Sonntagspresse hat sich am vergangenen Wochenende darum bemüht, den Fastweb-Skandal mit neuen Details und Hintergrundgeschichten anzureichern. Zumindest die Meldung des 'Tages-Anzeigers' vom Samstag, wonach der Swisscom-Manager Mario Rossi ebenfalls in die Affäre verwickelt sein soll, ist schon seit Anfang Woche bekannt. Im Verlauf der Woche zeigte sich allerdings, dass die italienischen Behörden einzig und allein deshalb gegen Rossi ermitteln, weil er 2007 in der Funktion als Fastweb-Finanzchef einen Rückforderungsantrag für die Mehrwertsteuer unterzeichnet hat. Das Formular bezog sich auf das Jahr 2006 – als Fastweb noch nicht Swisscom gehörte und Rossi noch nicht in Italien arbeitete. Gegen Rossi liegt nach wie vor kein Haftbefehl vor und er arbeitet auch weiterhin in seiner neuen Funktion als Leiter Business Steering bei Swisscom Schweiz.
Der 'Sonntag' überraschte seine Leser hingegen mit der Meldung, dass Swisscom-Chef Carsten Schloter offenbar trotz Fastweb-Skandal erneut im italienischen Breitband-Markt zukaufen möchte. Im Fokus stehen offenbar die Anbieter Vodafone, BT Group oder Wind. "Einer dieser Player könnte plötzlich seine Fixnet-Pläne ändern. Kommt es dazu, möchten wir nicht in einer Position sein, in der wir nicht handeln können", zitiert die Zeitung aus dem Aargau den Swisscom-Chef. Schloter machte diese Aussage allerdings anlässlich der Präsentation der Quartalszahlen – also fünf Tage, bevor der Fastweb-Skandal bekannt wurde.
Im Artikel wird zudem wieder der Name von Mario Rossi erwähnt, wie auch derjenige von Fastweb-Chef Stefano Parisi und Guido Garrone. Garrone wird nur deshalb erwähnt, weil er 1999 Fastweb mitgegründet hat und Anfang 2008 von Fastweb zu Swisscom wechselte. Swisscom betont auf Anfrage explizit, dass er nicht unter den Verdächtigen figuriert. Heute ist der Italiener Leiter des Swisscom-Geschäftsbereichs Netz & IT.
Der 'Sonntagsblick' bemühte derweil keinen Geringeren als den italienischen Antimafia-Kämpfer Leoluca Orlando, um die Unschuld von Swisscom in Frage zu stellen. "Jede vernünftige Hausfrau überprüft die Salami, bevor sie sie kauft", so Orlando zur Aussage Swisscoms, vom Verdacht der Geldwäscherei bei ihrer italienischen Tochter Fastweb nichts gewusst zu haben. "Die Swisscom muss voll mit der Staatsanwaltschaft kooperieren. Alles muss auf den Tisch. Wer hat Druck gemacht? Von welchen Personen sind sie kontaktiert worden? Wer hat sie überredet? Wer waren die Berater? Nur wenn die Swisscom Ross und Reiter nennt, kann sie vielleicht beweisen, dass sie keine Mitschuld trägt", sagt Orlando, der selber seit Jahren auf der Todesliste der Mafia steht. (Maurizio Minetti)

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