Swisscoms Antwort auf Bundesratsstrategie

20. Januar 2006, 08:32
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Swisscom wird Anweisungen befolgen, wäre aber ganz froh, den Bund als Aktionär loszuwerden.

Swisscom wird Anweisungen befolgen, wäre aber ganz froh, den Bund als Aktionär loszuwerden.
Gleichzeitig mit der heutigen Ankündigung des Rücktritts des bisherigen CEOs Jens Alder, die der Bundesrat der Swisscom am 21. Dezember verordnet hat, bekannt gegeben.
Es geht schon
Grundsätzlich, so die Swisscom, sehe der Verwaltungsrat darin "genügend Spielraum für eine weitere, Wert schaffende Entwicklung des Unternehmens." Swisscom erarbeite derzeit eine neue, übergreifende Unternehmensstrategie. Man werde die eigene Strategie weiterhin auf die wichtigsten Trends der Branche (Konvergenz von Netzen, Triple Play, Konsolidierung, btreitbandigere Angebote) abstützen. Dabei will die Swisscom nun vor allem das Segment der Geschäftskunden, sowohl national als auch international, ins Visier fassen. Das Wachstum werde man nun vor allem im Schweizer Kerngeschäft und verwandten Aktivitäten suchen.
Geld wird herausgerückt
Die Swisscom wird auch die Anweisung des Bundesrats befolgen, mehr Geld an seine Aktionäre auszuschütten. Etwa 1,5 Milliarden Franken sollen bis spätestens 2009 zusätzlich an die Aktionäre, also hauptsächlich den Bund, ausgeschüttet werden. Die ausschüttbaren Reserven der Swisscom sollen dadurch über die nächsten vier Jahre bis auf eine Milliarde Franken reduziert werden. Die zusätzliche Gewinnausschüttung wird in Form von Aktienrückkäufen oder Sonder-Dividenden oder auf beiden wegen erfolgen. Wie dies genau passieren wird, will die Swisscom spätestens am 8. März bekannt geben.
So long, stranger
Ansonsten würde der Swisscom-Verwaltungsrat dem Bund als Aktionär aber wohl keine Träne nachweinen, wenn dieser seine Pläne, die Bundesbeteiligung abzustossen, realisieren könnte. Man stehe "einer Abgabe der Mehrheitsbeteiligung des Bundes am Unternehmen grundsätzlich positiv gegenüber." An dieser Stelle lässt die Swisscom zwischen den Zeilen sogar eine leichte Kritik am Bundesrat durchschimmern: Die Swisscom sei nämlich "auf ein langfristig orientiertes Aktionariat angewiesen, das bereit ist, die damit verbundenen unternehmerischen Risiken zu tragen", heisst es in der Mitteilung. Vor allem aber erwarte man auch eine möglichst rasche Klärung dieser politischen Frage. (Hans Jörg Maron)

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