Swisscoms Docsafe ist ein Produkt der Zukunft

24. Juni 2014, 15:05
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Im Hier und Jetzt bietet es aber nichts Neues.

Im Hier und Jetzt bietet es aber nichts Neues.
Swisscom versucht mit Docsafe mehr als eine weitere Dropbox-Kopie zu sein. An der Medienkonferenz in Zürich gab sich der Telco heute Mühe, das Potenzial seiner neuen Plattform, die ab nächsten Montag frei zugänglich ist, zu erklären.
Der neue Dienst soll die Kommunikation zwischen Kunde und Unternehmen fördern. Beispielsweise sollen Rechnungen über Docsafe direkt an den Kunden gehen, dieser könne dann sofort zahlen und archivieren. Damit soll man sich den Weg über Mail, Bank und Cloud-Speicher sparen. Swisscom betont, die Plattform könne auch andere Unterlagen direkt bearbeiten. Noch funktioniert das Ganze allerdings nicht.
Was ist Docsafe?
Docsafe wurde zum Verwalten von Dokumenten geschaffen. Die Plattform verfügt über Dienstleistungen, die das Aufbewahren, Ordnen, Verschicken und Empfangen von Unterlagen ermöglichen.
Empfangene Dokumente befinden sich im Posteingang. Von dort kann man sie mit "Etiketten" (Tags) behaften und in einen erschaffenen Ordner hinterlegen. Die erzeugten Ordner und Etiketten kann man nach Lust und Laune mit anderen Nutzern teilen.
Ein Docsafe-Kunde muss Kontakte erlauben. Will man Rechnungen von seiner Krankenversicherung bekommen, muss man diese als Kontakt freischalten. So will Swisscom Spam verhindern.
Die Finanzierung von Docsafe soll über Business-Kunden laufen. Unternehmen zahlen für das Verschicken von Dokumenten einen geringen Betrag, es koste aber weniger als der Postversand. Zusätzlich sollen Firmen einsehen können, ob ihr Dokument ankommt und wann es geöffnet oder gelöscht wird.
Huhn-&-Ei-Problem
Swisscom steckt in einer schwierigen Phase: Das Unternehmen muss einen Kundenstamm für eine halbfertige Plattform aufbauen und Dritt-Unternehmen für ein Projekt begeistern, das noch kaum Kunden hat.
Das angepriesene Bezahlen von Rechnungen geht noch nicht, dafür muss die Bank des Nutzers mitmachen. Dafür hat Swisscom eine API für Finnova und Avaloq entwickelt. Das Unternehmen gibt aber keine Kooperationen mit Banken bekannt. Im Moment ist Docsafe also nur ein weiterer Schweizer Dropbox-Klon.
Für Private ist der Gebrauch kostenlos und lässt sich laut Swisscom unlimitiert nutzen, solange man die Applikation sinngemäss brauche. Was das bedeutet, wird allerdings nicht genauer erklärt.
Nun sag, wie hast du's mit der Sicherheit?
"Wir werten die Dokumente nicht aus. Und wir garantieren, dass die auch nicht ausgewertet werden", sagte Produktmanager Dieter Lüscher. Dennoch will Swisscom einige Analyse-Dienstleistungen bieten. Solange der Kunde keine Anfrage stelle, lasse man die Daten in Ruhe.
Der Telekom-Anbieter verspricht, die Daten verschlüsselt in Schweizer Rechenzentren zu halten. Somit unterliegen die gespeicherten Dokumente dem Schweizer Datenschutz. (Colin Simon)
(Foto: von Liz West unter Creative Commons Lizenz)

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