Swisscoms Suche nach Innovation

30. Oktober 2013, 16:15
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Der Schweizer Telco investiert in Startups, um den Anschluss nicht zu verpassen.

Der Schweizer Telco investiert in Startups, um den Anschluss nicht zu verpassen.
Weil das traditionelle Telco-Geschäft schrumpft, ist Swisscom ständig auf der Suche nach Innovation. Seit geraumer Zeit investiert der grösste Schweizer Telco in Startups, aber erst seit sechs Jahren mit Strategie. Das sagte heute Swisscoms KMU-Chef Roger Wüthrich-Hasenböhler an einer Pressekonferenz in Zürich. Das Unternehmen erhofft sich damit, "fit zu bleiben" und keine Veränderungen zu verpassen. "Wir brauchen externe Ideen, die zusammen mit Swisscom-Power zu neuen Geschäftsfeldern führen", erklärt Wüthrich-Hasenböhler.
Um dieses Ziel zu erreichen, nimmt der Telco Geld in die Hand. In den vergangenen sechs Jahren hat Swisscom über 35 Unternehmen mit mehr als 100 Millionen Dollar unterstützt - zurzeit umfasst das Portfolio 28 Jungunternehmen. Hierbei wird zwischen "Early Stage Fund" und "Evergreens" unterschieden.
Bei Ersterem werden nur Schweizer Unternehmen unterstützt, die ganz am Anfang ihrer Entwicklung stehen, erklärt Dominique Mégret, Head of Swisscom Ventures. In fünf Jahren werden 10 Millionen Franken investiert - für 3 bis 4 Startups. Die Jungunternehmen müssen aber nicht aus der IT-Szene sein. Swisscom unterstützt auch andere Branchen.
Evergreens wiederum sind Startups, die bereits Kunden haben und international aufgestellt sind. Hier werden ausschliesslich IT-Unternehmen mit 100 Millionen Dollar unterstützt. Laut Mégret wandere die Hälfte der Gelder ins Ausland, der Rest bleibe in der Schweiz.
Die unterstützten Unternehmen sollen aber nicht bei Swisscom bleiben. Im Gegenteil: Ein Investment gilt dann als Erfolg, wenn das Unternehmen verkauft werden kann. Hier zählt der Telco fünf sogenannte Exits - mit LiberoVision und Solvaxis zwei Schweizer Startups. Mégret darf zwar keine Zahlen nennen, die Verkäufe seien erfolgreich aber gewesen.
Infrastruktur für Jungunternehmen
Neben der finanziellen Unterstützung will Swisscom für junge Unternehmen Rahmenbedingungen schaffen, damit sie schnell und einfach in den Markt eintreten können. Die Startup-Förderung umfasst zwei Dienstleistungen:
Der Telco bietet ein Starthilfe-Package, das dem Startup Swisscom-Infrastruktur wie Server, Handy und Internet zu speziellen Konditionen bietet. Damit soll der administrative Aufwand für Jungunternehmen reduziert werden. Laut Wüthrich-Hasenböhler beziehen jährlich 9'000 Startups diese Dienstleistung. Der Preis ist je nach Unternehmen und Bedürfnis unterschiedlich.
Zudem unterstützt Swisscom vier Schweizer Inkubatoren, also Gründungszentren, als Starthilfe für Jungunternehmen. Dazu gehören 'Blue Lion' in Zürich, 'Basecamp for High Tech' (BC4HT) in Bern, Campus EPF Lausanne und der 'Technologiepark Basel'. Hier erhalten rund 50 Jungunternehmen Starthilfe. (Linda von Burg)

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