Swisstopo besser als Google

19. August 2010, 08:55
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70 Prozent der in der Schweiz von Bundesämtern gesammelten Daten sollen sukzessive in die interaktiven Landeskarten integriert werden.

Aus der Sicht des Steinbockes (Blau: Steinbockkolonien) ist das Wallis die interessantere Feriendestination als Graubünden: Hier gibt es "jagdfreie Resorts" (Orange: Jagdbanngebiete). Aus der Perspektive des Jägers sieht es anders aus…
Das schon seit geraumer Zeit online verfügbare Landeskartenmaterial von Swisstopo liegt seit gestern in einer bisher nicht gekannten interaktiven Version auf dem Geoportal des Bundes vor. Damit wird jede der ohnehin als extrem gut eingestuften Schweizer Landeskarten mit hilfreichen Zusatzangaben ergänzt. Wer beispielsweise wissen will, ob die Gletscher wirklich schwinden oder wie gross sein Wohnort vor 100 Jahren war und wo Wasser zur Energiegewinnung entnommen wird, der kann das nun online auf den bis auf den Massstab 1:1000 vergrösserbaren Karten abrufen. Helfen soll die Plattform auch im Vorfeld von Abstimmungen, wenn die Standorte von Kernkraftwerken oder Naturschutzgebieten und die Verkehrsführung interessieren.
Damit weist die interaktive Webseite also längst nicht mehr nur die Wanderwege mit ihren jeweiligen Schwierigkeitsgraden und jeden Schopf oder jede Alphütte und jeden Hügel aus. Weitere Zusatzinformationen kommen laufend hinzu, sagt David Oesch, Projektleiter geo.admin.ch bei Swisstopo, dem Bundesamt für Landestopografie, gegenüber inside-it.ch. Rund 70 Prozent der in der Schweiz von Bundesämtern gesammelten Daten sollen sukzessive integriert werden. Derzeit stehen mehr als 60 Geodatensätze von verschiedenen Bundesämtern zur Verfügung und 20 thematische Fach-Portale des Bundes sind mit dem Portal verlinkt. Die restlichen Daten fallen unter das Datenschutzgesetz und werden deshalb nicht frei verfügbar sein.
Damit ist das Portal von Swisstopo jetzt schon besser als Google, das seine Qualitäten ohnehin nur in und um die urbanen Zentren herum auspielt. Denn aufgrund regelmässiger Updates ist das vorhandene Material aktueller als Google, kann allerdings bei der Qualität der Luftaufnahmen in den Agglomerationen etwas "variieren", wie Oesch erklärt. In allen ländlichen Regionen sei man Google in der Qualität aber weit überlegen, fügt er an. Das Portal setzt auf einer Opensource-Infrastruktur auf, die sich bereits so gut bewährt hat, dass sie von Luxemburg übernommen worden ist. (vri)

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