Switchplus empört sich über Hostpoint

20. Januar 2015, 15:46
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Bekanntlich melden sich in der Regel Ende Jahr die Betreiber von Webseiten bei ihren Kunden, um die Vertragsverlängerung anzukündigen.

Bekanntlich melden sich in der Regel Ende Jahr die Betreiber von Webseiten bei ihren Kunden, um die Vertragsverlängerung anzukündigen. Diesmal nicht selten noch mit dem Hinweis, dass Switch auf 2015 seine Rolle als Registrar aufgibt. Hostpoint ist dabei ziemlich plakativ vorgegangen und hat seine Kunden unter dem Titel "Ihre Domain verliert das .ch" angeschrieben. Damit wird darauf angespielt, dass auf Anfang Jahr 450'000 Besitzer der 1,2 Millionen registrierten Internetseiten mit ".ch"-Endung zu einem der 70 privaten Anbieter wechseln müssen.
Bei rund 15 Franken pro Domain-Registrierung sind es also jährlich rund 18 Millionen Franken, die neu im Wettbewerb zu verteilen sind. Bei Switchplus, der Hosting-Tochter von Switch, ist der Hostpoint-Brief jedenfalls ziemlich schlecht angekommen. Wie 'PCtipp' schreibt, meldeten sich laut Switchplus-CEO Wolfram Schmidt "diversen verunsicherten Kunden nach der Mailaktion des Rapperswiler Hosters" und fragten nach, ob sie jetzt ihre Domain zu Hostpoint transferieren müssten. Was natürlich nicht der Fall sei, wie Schmidt erklärt, und man auch bei Hostpoint weiss. Schmidt spricht allerdings von einem "Versuch, Kunden abzuwerben, den wir nicht so stehen lassen können". Zu inside-it.ch sagt er, die Hostpoint-Aussage sei inhaltlich falsch und "man solle nicht mit den Kunden spielen". Hätte Hostpoint korrekt geschrieben, dass man sich als Switch-Kunde einen neuen Registrar suchen müsse, hätte man nichts beanstanden müssen, so Schmidt.
Bei Hostpoint versteht man die Aufregung nicht. Pressesprecher Tom Brühwiler gibt gegenüber inside-it.ch gern zu, dass man einen knackigen Titel "quasi als Eyecatcher" gewählt habe. Doch von Switchplus sei in dem Brief explizit nicht die Rede gewesen. Vielmehr habe man ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Switch das Endkundengeschäft aufgebe. Bei Nachfragen würde zudem ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass nichts zu unternehmen sei, wenn eine .ch-Domain bei einem anderen Anbieter als Switch registriert sei. Das zeige, so Brühwiler, "dass es weder Ziel war noch ist, Kunden von anderen Registraren abzuwerben". Bei Hostpoint spricht man denn auch von einem Sturm im Wasserglas. (vri)

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