Sybase: Grünes Licht für Milliardenübernahme durch SAP

21. Juli 2010, 08:30
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Die Tätigkeitsbereiche der beiden Softwarehersteller überschneiden sich nur geringfügig, urteilt die EU-Kommission.

Die Tätigkeitsbereiche der beiden Softwarehersteller überschneiden sich nur geringfügig, urteilt die EU-Kommission.
Die Europäische Kommission in Brüssel hat gestern Abend die Sybase-Übernahme durch den deutschen ERP-Riesen SAP genehmigt. SAP hatte den geplanten Kauf Mitte Mai bekannt gegeben. Die amerikanischen Wettbewerbshüter hatten der Übernahme bereits zugestimmt. SAP bezahlt für den US-Datenbankspezialisten 5,8 Milliarden Dollar.
Nach Prüfung des Vorhabens kam die Kommission zum Schluss, dass die Übernahme den wirksamen Wettbewerb weder im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) noch in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern werde. Die EU ist der Meinung, dass sich die Tätigkeitsbereiche der Unternehmen nur geringfügig überschneiden. Was Datenbanken angehe, verkaufe SAP seine Lösung nicht separat, sondern ausschliesslich im Paket. Auch bei Data-Warehousing-Instrumenten und bei mobiler Middleware gebe es nur geringfügige Überschneidungen.
Deshalb seien auf keinem der relevanten Märkte "horizontale wettbewerbswidrige Auswirkungen" zu erwarten, so die EU. Das aus der Übernahme hervorgehende Unternehmen werde auf allen relevanten Märkten auch weiterhin starkem Wettbewerbsdruck von Seiten mehrerer anderer Unternehmen ausgesetzt sein.
Geprüft wurde von der Kommission auch, ob sich aus der starken Präsenz von SAP auf bestimmten Marktsegmenten für Unternehmenssoftware eventuell "nichthorizontale und konglomerate Effekte" ergeben. In erster Linie ging es um die Frage, ob das Unternehmen nach der Fusion imstande oder geneigt wäre, die Möglichkeit der Kunden einzuschränken, Datenbanken- oder mobile Middleware-Produkte anderer Anbieter zu verwenden. Die Prüfung lieferte jedoch keinen Hinweis darauf, da das Unternehmen nach dem Zusammenschluss kein unverzichtbares Produkt kontrollieren wird, das nicht austauschbar wäre, und andere Anbieter von Unternehmenssoftware starken Wettbewerbsdruck ausüben werden.
Sybase hatte gestern zudem die Zahlen des zweiten Quartals veröffentlicht. Während der Umsatz um 8,7 Prozent auf 302 Millionen Dollar wuchs, kletterte der Gewinn um 20 Prozent auf 45,3 Millionen Dollar. (mim)

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