Symbian vollständig unter Open-Source

5. Februar 2010, 14:19
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Seit gestern steht das Handy-Betriebssystem Symbian ab sofort komplett quelloffen zur Verfügung.

Seit gestern steht das Handy-Betriebssystem Symbian ab sofort komplett quelloffen zur Verfügung. Damit ist der Mitte 2008 begonnene Weg des ehemals proprietären Smartphone-Betriebssystems hin zur Open-Source-Plattform vier Monate früher als ursprünglich geplant abgeschlossen.
Die neue Offenheit soll Symbian zu einem höheren Innovationspotenzial und kürzeren Produkteinführungszeiten verhelfen. "Die Entwicklergemeinde hat nun die Möglichkeit, die Zukunft der Handy-Industrie zu formen. Das wird zu schnellerer, globaler Innovation führen", sagt Lee Williams, Executive Director der Symbian Foundation.
Offenheit und Transparenz
Entwickler können nun frei und kostenlos mit der Symbian-Plattform arbeiten. Gleichzeitig verspricht die Symbian Foundation auch völlige Transparenz bezüglich der weiteren Pläne für Symbian. Dazu zählt die Veröffentlichung einer Plattform-Roadmap und geplanter Features bis inklusive 2011. Diese Pläne könne nun jeder beeinflussen und neue Features beisteuern, heisst es von Seiten der Symbian Foundation.
Der Öffnung von Symbian zu Open-Source ist ein wichtiger Schritt im Kampf um Smartphone-Marktanteile. In den letzten Jahren hatte der Branchenprimus Symbian immer weiter Boden an das iPhone sowie Android verloren. "Es wird immer wichtiger, dass Smartphone-Plattformen Entwicklern etwas Besonderes bieten", meint IDC-Analyst John Delaney. Der Übergang in die Quelloffenheit der verbreitetsten Plattform erfülle dieses Kriterium. "Es wird spannend sein zu sehen, wo das die Industrie hinführt", so Delaney.
Breite Unterstützung
Im Juni 2008 hatte Nokia die Komplettübernahme von Symbian Ltd. angekündigt, um das gleichnamige Betriebssystem in die Symbian Foundation einzubringen. Der Stiftung, die rund ein Jahr später den ersten Open-Source-Schritt gewagt hat, gehört neben Nokia ein breites Spektrum an Industriegrössen an, darunter Handy-Hersteller wie Samsung und Sony Ericsson, Mobilfunker wie NTT DoCoMo und Vodafone sowie die Chiphersteller Qualcomm und Texas Instruments.
Ab heute stehen alle 108 Software-Pakete der Symbian-Plattform quelloffen zur Verfügung. Zusätzlich werden passende Software- und Geräteentwicklertools angeboten, um die Entwicklung auch für die aktuellste Betriebssystem-Version Symbian 3 zu unterstützen. Damit ist das laut Symbian Foundation grösste Open-Source-Migrationsprojekt der Software-Geschichte abgeschlossen. (pte/bt)

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