Syndicom kämpft gegen mögliche Rentenkürzungen bei Swisscom

20. Juni 2016, 14:10
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Laut der Gewerkschaft Syndicom stellt Swisscom die Überbrückungsrente für die Frühpensionierung ab dem 60.

Laut der Gewerkschaft Syndicom stellt Swisscom die Überbrückungsrente für die Frühpensionierung ab dem 60. Altersjahr in Frage. Zudem sollen der Umwandlungssatz und der technische Referenzzinssatz der Swisscom-Pensionskasse ComPlan reduziert werden, was die Gewerkschaft ebenfalls strikt ablehnt. Wie Giorgio Pardini, Leiter des Sektors Telekom und IT bei Syndicom und Mitglied des ComPlan-Stiftungsrates, zu inside-it.ch sagt, werde man das Vorhaben des Konzerns "mit allen gewerkschaftspolitischen Mittel" bekämpfen.
Es könne nicht sein, dass in dem Konzern, der zuletzt einen Reingewinn von 1,6 Milliarden Franken ausgewiesen habe und dessen Topkader-Löhne und -Boni immer weiter wachsen, nun auf dem Rücken der Mitarbeiter geplante 12 Millionen Franken eingespart werden. "Bevor Kürzungen überhaupt in Betracht gezogen werden können, muss Swisscom Transparenz bei den Spitzenlöhnen schaffen und offenlegen, wie viele Personen im Konzern mehr als 500‘000 Franken pro Jahr verdienen", so Syndicom in einer Mitteilung.
Hintergrund der Auseinandersetzung sind seit Dezember laufende Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern, die laut Pardini möglicherweise Ende Juni weitergeführt werden. Er spricht sich ausdrücklich dagegen aus, dass die bisher möglichen Frühpensionierungen ganz gestrichen werden. Laut Swisscom hatten davon im letzten Jahr rund 200 Mitarbeiter mindestens teilweise Gebrauch gemacht. Ebenso strickt lehnt Pardini die von ihm als "drastisch" bezeichneten geplanten Kürzungen des Umwandlungssatzes ab. Er befindet laut einer Aufstellung der Swisscom mit derzeit 6,11 Prozent im oberen Bereich der Schweizer Pensionskassen. Da Vertraulichkeit vereinbart ist, sind konkret Zahlen zu den geplanten Kürzungen nicht zu erhalten.
Bei der Swisscom heisst es lediglich, "der ComPlan-Stiftungsrat überprüft aufgrund der tiefen erwarteten Renditen und der steigenden Lebenserwartung die Angemessenheit der aktuellen Umwandlungssätze", so Sprecher Armin Schädeli in einem Mail an inside-it.ch. Angesichts dieser schwierigen Ausgangslage der Pensionskassen gehöre es zu den Aufgaben des Stiftungsrats, zu prüfen, welche Anpassungen vorgenommen werden sollen. Entsprechende Diskussionen hätten zeitnah geführt zu werden, so Schädeli weiter, es sei aber noch nichts entschieden. Die laufenden Gespräche mit den Sozialpartnern wolle man aber "nicht weiter kommentieren".
Syndicom setzt dagegen auf die Öffentlichkeit. Sie ist nach eigenen Angaben mit vier Vertretern Teil des ComPlan-Stiftungsrats, der von je sieben Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern besetzt ist. Ob die Gewerkschaft im Arbeitnehmerlager eine Blockade des Vorhabens durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Pardini fordert Swisscom jedenfalls jetzt schon auf, die Kritik ernst zu nehmen. (vri)

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