T-Online wird von der Börse genommen

11. Oktober 2004, 09:53
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Aktionärsschützer kritisieren Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom hat am Samstag bekannt gegeben, dass sie ihre Tochter T-Online von der Börse nehmen und wieder mit der Muttergesellschaft verschmelzen will.
Die Telekom begründet das mit zwei Trends im Markt: Zum einen stiegen die Kundenzahlen im breitbandigen Festnetz kräftig an. Zum anderen würden sich die Geschäftsmodelle von Telekommunikationsunternehmen und "reinen" Internet Service Providern immer mehr überlappen. Deshalb sei das Internet aus Kundensicht immer weniger ein eigenständiges Geschäftsfeld. "Die Kunden erwarten Angebote aus einer Hand", erklärte der Telekom-Chef Kai Uwe Ricke.
Die Telekom besitzt gegen 74% der T-Online-Aktien, 5,7% gehören dem französischen Konzern Lagardère und der Rest befindet sich im Streubesitz. T-Online wurde einst für 27 Euro pro Aktie an die Börse gebracht, danach sank der Kurs drastisch. In letzter Zeit hat der Internet Provider aber nach langer Durststrecke schwarze Zahlen geschrieben. Die Telekom will die Aktien nun für 8.99 Euro zurückkaufen.
Aktionärsschützer finden dieses Angebot "völlig unakzeptabel". Die Aktionäre hätten den ganzen Kursverfall mitmachen dürfen, aber jetzt, wo es besser laufe, wolle die Telekom die Aktien billig zurückkaufen. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz rät den Aktionären darum, auf ein weiteres Angebot zu warten. (Hans Jörg Maron)

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