T-Systems & Cognizant – Gemeinsam liefern, getrennt bilanzieren

5. März 2008, 10:20
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Indischer Outsourcer Cognizant wird Partner von T-Systems. Trotz erhöhter Wettbewerbsfähigkeit werden T-Systems und die Deutsche Telekom aber wie angekündigt Stellen abbauen.

Indischer Outsourcer Cognizant wird Partner von T-Systems. Trotz erhöhter Wettbewerbsfähigkeit werden T-Systems und die Deutsche Telekom aber wie angekündigt Stellen abbauen.
Nach monatelangen Spekulationen ist nun seit heute klar: Die Geschäftskundensparte T-Systems der Deutschen Telekom und der in den USA börsennotierte IT- und Outsourcing-Spezialist Cognizant haben eine globale Zusammenarbeit bekannt gegeben. "Es ist eine Allianz, die in allem ausser der Rechtstform einem Joint Venture entspricht", beschrieb T-Systems-Chef Reinhard Clemens den Vertrag. "Aus kaufmännischer Sicht gab es bei einem Joint Venture nichts, was nicht auch in Vertragsform zu regeln gewesen wäre. Zudem spart man sich so den administrativen Wasserkopf." Teil des Vertrags ist die Übernahme der indischen T-Systems-Tochter durch Cognizant. Dies wäre schon deshalb sinnvoll, da Cognizant auf dem Subkontinent 30 Prozent günstiger arbeiten würde, als der Telekom-Ableger. Im Gegenzug erhält T-Systems von Cognizant Dienstleistungen in Höhe des Buchwerts.
Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen nun nicht nur wettbewerbsfähiger in den Bereichen werden, die sie bislang allein betreuten, sondern als gegenseitige Zulieferer weltweit auch neue Geschäftsbereiche erschliessen. Federführend soll dabei stets derjenige Partner sein, der das grössere Know-how mitbrächte. In den Bereichen Public Health, Pharma und Finanzen wäre das Cognizant, während T-Systems ihre Stärken in den Segmenten Automotiv, Telekommunikation und dem Public Sector sieht. Trotz dieser globalen Option unterstrich Telekom-Chef René Obermann aber den Fokus der T-Systems auf Europa. Hier wolle man bis 2010 die Nummer 1 der ICT-Anbieter sein. Cognizant könnte mit seinen Ressourcen an Fachkräften dabei helfen, dies zu erreichen, da es weiterhin einen Engpass bei IT-Spezialisten in Europa gäbe.
Vom Deal betroffen ist der T-Systems-Bereich "Systems Integration" (SI), wo 18'000 Mitarbeitende - vor allem Softwareentwickler und Computertechniker - beschäftigt sind. T-Systems wird laut Obermann weiter zum Standort Deutschland stehen. Mitarbeiterqualifikationen sollen helfen, die notwendigen Restrukturierungen bei der T-Systems aber auch bei der Telekom zu minimieren. Bevor man aber über Jobs reden könne, müsste T-Systems zunächst wettbewerbsfähiger werden und Aufträge akquirieren. "Wir waren in der Vergangenheit zu teuer und zu langsam", so seine Bestandsaufnahme.
Was schlussendlich den Ausschlag bei T-Systems für die Partnerschaft mit Cognizant gegeben hat, waren wohl die amerikanischen Wurzeln eines zutiefst indischen Unternehmens. Dadurch scheint es eine effizientere Kommunikationsebene zu geben, als es sie mit einem rein indischen Partner der Fall gewesen wäre. Viel war auf der Pressekonferenz die Rede von Kulturen. Während Cognizants CEO und Vorsitzender, Francisco D´Souza sein Unternehmen höflich als "globalen Konzern mit amerikanischer Börsennotierung" bezeichnete, sprach der Telekom-Chef offen die Probleme im Outsourcing-Business an. Es käme nicht von ungefähr, dass indische Offshore-Anbieter in Europa gerade einmal einen Marktanteil von zwei Prozent hätten. Es gäbe einfach Unterschiede in Mentalität und Strukturen. T-Systems könne nun (mit Cognizant als Partner) als Frontend operieren, das risikofreie Lieferung von Offshore-Dienstleistungen garantieren könne. (Thomas Mironiuk)
(Foto © inside-it.ch: René Obermann)
(Foto © inside-it.ch: Pressekonferenz T-Systems und Cognizant)

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