T-Systems: Im Ausland gut, zuhause schlecht

8. November 2007, 12:40
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Inland-Umsatz in den ersten neun Monaten um über 10 Prozent gesunken. Starkes Wachstum im Ausland. Auslagerungspläne im Stillstand.

Inland-Umsatz in den ersten neun Monaten um über 10 Prozent gesunken. Starkes Wachstum im Ausland. Auslagerungspläne im Stillstand.
Der deutsche IT-Dienstleister und Outsourcer T-Systems setzte in den ersten neun Monaten dieses Jahres gesamthaft 8,785 Milliarden Euro um. Das sind 7 Prozent weniger verglichen mit dem Vorjahr. Das gleiche Bild ergibt sich für das dritte Quartal, in dem der Umsatz von T-Systems um 8,1 Prozent von 3,174 auf 2,917 Milliarden Euro sank. Der Inland-Umsatz sank in den ersten neun Monaten um 10,3 Prozent und im Q3 sogar um 11,1 Prozent. Die Ausland-Umsätze stiegen um 8,3 Prozent (9 Monate) bzw. 5,4 Prozent (3 Monate).
Damit zeigt sich, dass T-Systems im Heimmarkt weiterhin Mühe hat. Das Unternehmen führt das schlechte Ergebnis im Inland auf den anhaltenden Preisverfall zurück. Der Umsatz sank vor allem im Bereich Business Services stark, nämlich um 9,7 Prozent im dritten Quartal und um 10,1 Prozent in den ersten neun Monaten. In dieser Mittelstands-Sparte spielt das klassische Telekom-Geschäft noch eine wesentliche Rolle. In der fast doppelt so grossen Grosskundensparte Enterprise Services sanken die Umsätze in den ersten neun Monaten um 5,4 Prozent und im dritten Quartal um 7,3 Prozent.
Der Auftragseingang ging im dritten Quartal gesamthaft um 14,3 Prozent auf 2,348 Milliarden Euro zurück. In den ersten neun Monaten betrug er 9,172 Milliarden Euro und war damit 4,6 Prozent tiefer im Vergleich zum Vorjahr. Das Betriebsergebnis sank im Q3 um 23,5 Prozent von 34 auf 26 Millionen und in den ersten neun Monaten um 46,4 Prozent von 194 auf 104 Millionen Euro. Die Anzahl der Mitarbeitenden blieb im Neun-Monats-Vergleich mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 56'498 relativ stabil.
Wann wird ausgelagert?
T-Systems möchte den (teuren) Softwareentwicklungs-Teil der Grosskundensparte Enterprise Services - Systems Integration (SI) - in sogenannte Niedriglohnländer auslagern. Man spricht von einer "strategischen Partnerschaft", dabei ist nicht klar, ob ein Joint Venture oder ein Verkauf geplant wird. Betroffen wären auch die Teilbereiche Business Process Outsourcing (BPO) und Field Services. Insgesamt sollen bis zu 20'000 T-Systems-Stellen ausgelagert werden. Obwohl der Finanzchef der T-Systems-Mutter Deutsche Telekom, Karl-Gerhard Eick, vor einem Monat sagte, es gebe "sehr konkrete Verhandlungen mit mehreren potentiellen Interessenten", steht T-Systems immer noch ohne strategischen Partner da.
Die Schweizer Niederlassung von T-Systems dürfte von diesen Auslagerungsplänen nicht betroffen zu sein, denn hierzulande sind die meisten der 120 Angestellten des SI-Bereichs für Application Management und weniger für Softwareentwicklung zuständig. Insgesamt beschäftigt T-Systems in der Schweiz tausend Angestellte. Die Schweizer Niederlassung veröffentlicht nur einmal jährlich die Geschäftszahlen. (Maurizio Minetti)

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