T-Systems-Partnersuche nimmt konkrete Züge an

8. Oktober 2007, 10:33
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Die Suche nach einem Partner für den IT-Dienstleister T-Systems wird konkreter.

Die Suche nach einem Partner für den IT-Dienstleister T-Systems wird konkreter. Der Finanzchef der T-Systems-Mutter Deutsche Telekom, Karl-Gerhard Eick, sagte gegenüber der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung': "Es gibt sehr konkrete Verhandlungen mit mehreren potentiellen Interessenten". Er bestätigte auch, dass das Geschäftsfeld Systems Integration (SI) mit rund 15'000 Mitarbeitenden betroffen ist. Bereits Ende August war bekannt geworden, dass die Softwareentwickler dieser Sparte in das geplante Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden sollen.
Ebenfalls betroffen sind die Teilbereiche Business Process Outsourcing (BO) und Field Services. Für diese Bereiche mit zusammen rund 4000 Beschäftigten prüft der Konzern eine Auslagerung. Wobei aber gemäss Eick noch offen ist, ob mit einem Partner zusammengearbeitet wird oder "eine andere Lösung" angestrebt wird.
T-Systems hatte im Frühjahr bekannt gegeben, nach einem strategischen Partner zu suchen, der die internationale Expansion voranbringen soll. Allerdings geht es wohl eher darum, (Personal-)Kosten zu sparen, denn T-Systems beschäftigt heute nur einen kleinen Teil seiner Angestellten in sogenannten Niedriglohnländern. Bisher sind dort weniger als 3000 Programmierer beschäftigt. Deshalb werden vor allem indische Unternehmen als mögliche Partner genannt, weil diese über entsprechende Ressourcen verfügen. Den Netzbetrieb will T-Systems auf jeden Fall behalten.
Ob die Deutsche Telekom in der Partnerschaft die Mehrheit behalten werde, stehe noch nicht fest und sei auch zweitrangig, sagte Eick. Entscheidend sei ein langfristig angelegter gemeinsamer Kundenauftritt aus einer Hand. Wichtig sei, die gesamte Kundenbeziehung über netzbasierte Dienste und Systemintegration einschliesslich Anwendungsentwicklung langfristig weiterzuentwickeln. Wenn das gewährleistet sei, könnte der Anteil der Telekom "rein theoretisch sogar null betragen", so Eick.
Die Pläne werden zwangsläufig zu Stellenabbau führen. Die Schweizer Niederlassung von T-Systems mit ihren tausend Angestellten scheint nicht betroffen zu sein. Hierzulande sind die meisten der 120 Angestellten des SI-Bereichs für Application Management und weniger für Softwareentwicklung zuständig. (mim)

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