T-Systems Schweiz vor Trennung des Banken-Geschäfts

9. Juni 2010, 10:27
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Gespräche mit möglichen Käufern sind offenbar schon weit fortgeschritten. Zudem wurde bekannt, dass der HP-RTC-Deal 20 Jahre dauert.

Gespräche mit möglichen Käufern sind offenbar schon weit fortgeschritten. Zudem wurde bekannt, dass der HP-RTC-Deal 20 Jahre dauert.
Die 'Handelszeitung' hat heute darüber berichtet, dass sich T-Systems Schweiz vom Banken-Geschäft trennen will. In der Branche war dies – wie die Zeitung anmerkt – tatsächlich schon seit längerem ein offenes Geheimnis. "Wir prüfen derzeit für den Bereich Banking Solutions alle Optionen, darunter auch einen Verkauf", bestätigte T-Systems-Schweiz-Sprecherin Barbara Melzl gegenüber dem Wochenblatt.
Gespräche relativ weit fortgeschritten
In einem Statement gegenüber inside-it.ch betont der IT-Outsourcer, dass T-Systems im Outsourcinggeschäft mit Banken "aktiv bleibt". Der mögliche Verkauf beziehe sich auf den Betrieb der bankenspezifischen Softwarelösungen Avaloq und Finnova. Aufgrund der laufenden Evaluationsverfahren konnte T-Systems Schweiz keine weiteren Informationen dazu geben.
Gemäss Insidern sind die Gespräche von T-Systems mit möglichen Käufern schon relativ weit fortgeschritten. Das für T-Systems Schweiz offenbar nicht mehr zentrale Geschäft mit dem Betrieb von Core Banking Software dürfte gemäss Schätzungen einen Wert von mehreren Dutzend Millionen Franken haben. Spekuliert wird auch über ein mögliches Management-Buyout rund um Hans Nagel, der zurzeit bei T-Systems Schweiz diesen Bereich leitet.
Die grössten Kunden im Bankengeschäft von T-Systems sind die Graubündner Kantonalbank und die Migros Bank. In den vergangenen Jahren schaffte es der Outsourcer aber nicht, gegen das Gespann Swisscom/Comit erfolgreich zu sein.
RTC-HP-Deal dauert 20 Jahre
Wie der 'Handelszeitung' zudem weiter zu entnehmen ist, gilt die von HP Ende April mit RTC geschlossene Vereinbarung stolze 20 Jahre – ein weiterer Hinweis dafür, dass es sich trotz gegenteiliger Beteuerungen der involvierten Firmen praktisch um einen Verkauf handelt, zumal 20-jährige Outsourcing-Deals nun mal ziemlich unüblich sind.
HP Schweiz betont hingegen erneut, dass es sich im Grunde genommen um eine klassische Outsourcing-Vereinbarung handle. Assets seien keine verkauft worden, sagt HP-Schweiz-Chefin Hauke Stars zur 'Handelszeitung'.
Stars lobte zudem die RTC-Bankensoftware IBIS3G, die im Gegensatz zu anderen Lösungen sehr modular aufgebaut und damit flexibel einsetzbar sei. In der Schweiz gebe es "noch einige interessante weitere Banken", so Stars. Zudem schielt HP bekanntlich auch Richtung Osteuropa. (Maurizio Minetti)

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