T-Systems wehrt sich gegen SBB-Outsourcing-Entscheid (Update)

3. November 2005, 13:25
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Einsprache bei der Rekurskommission - Erste Reaktionen von Swisscom und SBB

Einsprache bei der Rekurskommission - Erste Reaktionen von Swisscom und SBB.
Der Systemintegrator T-Systems Schweiz hat bei der eidgenössischen Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen in Lausanne eine Einsprache gegen den Ende September erfolgten Entscheid der SBB über die Neuvergabe der Informatik-Dienstleistungen eingelegt, wie Pressesprecher Daniel Hinz gegenüber inside-channels.ch einen Bericht des 'NetzwocheTickers' bestätigte.
Ansonsten musste er sich allerdings zugeknöpft zeigen und konnte uns zum Beispiel die Begründung der Einsprache nicht verraten, da er zum laufenden Verfahren keine Auskunft geben darf.
Als die SBB die Aufträge für sein IT-Outsourcing neu vergab, verlor die Schweizer Niederlassung von T-Systems den Auftrag für Betrieb und Support der Client-Umgebung (PCs, Drucker, Citrix) an Swisscom IT Services (SCIS). SCIS gewann ebenfalls den Auftrag für den Betrieb der SAP-Plattform, den zuvor HP inne hatte.
T-Systems behielt aber den Betrieb und Support der zentralen Dienste der IT bei der SBB. Dieser Auftragsteil macht mit 140 Millionen Franken über fünf Jahre hinweg etwas mehr als 50 Prozent des gesamten Auftragsvolumens aus. Die SBB bleibt also einer der wichtigsten Kunden von T-Systems. Und dies ist ein heikler Punkt: Mit dem Rekurs gegen das Vergabeverfahren der SBB könnte T-Systems im Prinzip auch diesen Auftrag in Frage stellen.
Im Zusammenhang mit Outsourcing-Aufträgen, die von Swisscom IT-Services gewonnen wurden, ist es schon mehrmals zu Misstimmigkeiten in der IT-Szene gekommen, zum Beispiel in diesem Jahr anlässlich des Outsourcing-Deals der SWISS. Immer wieder werfen Konkurrenten – meist allerdings inoffiziell – SCIS vor, Preisdumping zu betreiben und Outsourcing-Deals über nicht kostendeckende Preise zu "kaufen".
(Update) Wie uns Swisscom-Sprecher Josef Huber erklärte, habe man bei der Swisscom natürlich auch Kenntnis über den Rekurs. Da es sich um eine Einsprache gegen das Verfahren der SBB handle, könne auch Swisscom keinen Kommentar abgeben. Allerdings, so merkte er an, würde dadurch einige Vorbereitungsarbeiten vorläufig blockiert, zum Beispiel die Gespräche mit zwischen SCIS und T-Systems über eine Übernahme von bisherigen T-Systems-Mitarbeitern für den Teil des IT-Betriebs, der nun SCIS zufällt.
Auch SBB-Sprecher Roland Binz darf keine Aussagen über ein laufendes Verfahren abgeben. Er glaubt aber, dass sich die Geschichte nicht sehr lange dahinziehen werde. Schon in den nächsten Tagen, so Binz, sei mit einem Entscheid der Rekurskommission zu rechnen. (Hans Jörg Maron)

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