Taiwanische Justiz nimmt BenQ-Chefs aufs Korn

9. Mai 2007, 13:16
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BenQ-Chef Lee und vier weitere Topmanager unter Verdacht.

BenQ-Chef Lee und vier weitere Topmanager unter Verdacht.
Wie der taiwanische IT-Newsservice 'Digitimes' berichtet, hat die Staatsanwaltschaft der Stadt Taoyuan, in der BenQ eines seiner beiden Hauptquartiere hat, gegen fünf Geschäftsleitungsmitglieder des Hardwareherstellers Anklage erhoben. Bei den Angeklagten handelt es sich um BenQ-Chairman K. Y. Lee, President Sheaffer Lee, Vice President Eric Ky Yu und zwei leitende Finanzverantwortliche.
Die Staatsanwälte werfen den fünf BenQ-Managern gemäss 'Digitimes', die ihrerseits einen Bericht der chinesischsprachigen Zeitschrift 'Commercial Times' zitiert, Insider-Geschäfte an der Börse sowie Geldwäscherei vor. K. Y. Lee, Sheaffer Lee und Eric Yu sollen zwischen 2002 und 2006 vier BenQ-Angestellten befohlen haben, nicht verteilte Bonus-Aktien an der Börse zu verkaufen. Die grösste Teil der Erlöse von insgesamt rund 25,5 Millionen Dollar seien zuerst auf das Konto einer BenQ-Tochter in Malaysia und danach wieder zurück nach Taiwan transferiert worden, wo sie dann wieder in BenQ-Aktien investiert worden seien. Wie die Beschuldigten davon genau profitiert haben und welche Strafe den BenQ-Managern drohen könnte, falls sie für schuldig befunden werden, berichtet 'Digitimes' nicht.
Für das eh schon von roten Zahlen und der Pleite von BenQ Mobile in Deutschland gebeutelte Unternehmen bedeutet die Anklage gegen die drei Spitzenmanager aber neues Ungemach.
BenQ verwahrte sich in einem Statement scharf gegen die Anschuldigungen und warf den Untersuchungsbehörden fehlerhafte Arbeit vor. Man sei "schockiert" und "erstaunt" über die "unakzeptable" Anklage. Die Staatsanwälte hätten unter anderem völlig übersehen, dass Creo Venture, die malaysische Tochter, regelmässig Bonusse an Angestellte verteilt habe. (hjm)

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