Tarmed und Mailprofiler als "BigBrother" angeprangert

17. Oktober 2004 um 13:10
  • e-government
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Das Tarifsystem Tarmed und die Zürcher Firma Mailprofiler wurden mit dem "BigBrother-Award" ausgezeichnet, sprich als Datenschutzverletzer angeprangert.

Gestern Samstagabend wurden in Emmenbrücke zum fünften Mal die "BigBrother-Awards" verliehen. Drei Betonpokale wurden in den Kategorien "Staat", "Business" und "Arbeitsplatz" an jene Firmen und Institutionen verliehen, die in den Augen der Jury die gröbsten Verletzungen des Datenschutzes zu verantworten haben. In der Kategorie "Business" wurde das schweizweit gültige Tarifsystem Tarmed angeprangert. Der "Preis, den niemand haben will", ging somit an santésuisse, den Verband der Schweizer Krankenkassen. Die Begründung: Da Tarmed die Ärzte zwinge, auf allen Rechnungen einen detaillierten Behandlungs-Code aufzulisten, erhielten die Krankenkassen Einblick in besonders schützenswerte Patientendaten.
Die Zürcher Jungfirma Mailprofiler wurde mit einer "besonders lobenswerten Erwähnung" ge(ent)ehrt. Kritisiert wird, dass im E-Mail-Marketing-System von Mailprofiler das Verhalten der Mail-EmpfängerInnen zurückverfolgt und gespeichert wird.
In den weiteren Kategorien Kategorien "Staat" und "Arbeitsplatz" gingen die Anti-Auszeichnungen an das VBS (Einsatz von Überwachungsdrohnen) und an die Stadtpolizei Zürich (heimliche Überwachung des E-Mailverkehrs der Angestellten). (Christoph Hugenschmidt)

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