Tausende von Servern in der neuen BIT-Cloud

7. Juli 2014, 09:47
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Ausschreibung für Grossprojekt "Cumulus": Die Cloud-Plattform könnte in sechs Jahren auf bis zu 8000 Server wachsen.

Ausschreibung für Grossprojekt "Cumulus": Die Cloud-Plattform könnte in sechs Jahren auf bis zu 8000 Server wachsen.
Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) möchte, wie wir bereits am Freitag berichtet haben, ins Cloud-Zeitalter vorstossen: In einer am letzten Freitag auf simap.ch publizierten öffentlichen Ausschreibung sucht das BIT nach einem Lieferanten, der als Generalunternehmen Hardware, Software und Management-Systeme für eine auf aktuell zwei Standorte verteilte Cloud-Plattform liefert. Im Auftrag inbegriffen sind Wartungs- und Pflegeverträge für das Gesamtsystem sowie Schulung für das beteiligte BIT-Personal. Das BIT wird sich mit einem Zuschlag über lange Jahre an einen Lieferanten binden: Der Beschaffungszeitraum läuft über zehn Jahre, von Anfang 2015 bis Ende 2024. Der Gewinner kann sich also über einen langfristigen Auftrag freuen.
Wie gross könnte die "Cumulus" genannte Cloud-Plattform des BIT werden? Ziemlich gross, wie sich der Antwort der BIT-Mediensprecherin Sonja Uhlmann-Haenni auf unsere entsprechende Frage entnehmen lässt. Cumulus soll die Grundlage der zukünftigen IT-Infrastruktur des BIT werden: "Das BIT betreibt über 4000 Server für die heutigen Kunden, davon über 70 Prozent virtualisiert. Wir nehmen an, dass eine Cloud-Plattform die Bedürfnisse weiterer Kunden erfüllen könnte und schätzen ein Wachstum auf etwa 8000 Server über weitere sechs Jahre, wobei darin auch die Erhöhung des Virtualisierungsgrades berücksichtigt ist."
Welche Applikationen genau in Zukunft auf der Cumulus-Plattform betrieben werden, ist noch schwer zu sagen. In der Ausschreibung ist von "Cloud-Services verschiedener Ausprägungen (IaaS und PaaS)" die Rede. Uhlmann kommentiert: "Das BIT betreibt Fachanwendungen der Ämter, welche auf sehr spezifische Bedürfnisse ausgerichtet sind. Eine Typisierung ist daher nur schwer möglich. Das Portfolio beinhaltet neben internen Fachanwendungen auch Web-Plattformen sowie Server, welche für den internen Betrieb der Infrastruktur (Mail, usw.) notwendig sind." Letzteres bedeutet, dass das BIT nicht nur Kundenservices auf Cumulus betreiben will, sondern sich von der Cloud-Plattform auch eine weitere Rationalisierung der internen IT verspricht. Uhlmann: "Es geht also auch darum, den Virtualisierungsgrad der internen Plattformen zwecks Effizienzgewinn noch zu erhöhen. Ferner soll die erhöhte Automatisierung und damit verbundene Selbstbedienung den Leistungsbezügern eine bessere Leistungsqualität bringen. Das Vorhaben ist daher eine Grundlage für die zukünftige Betriebsinfrastruktur."
Das BIT möchte übrigens auch vermeiden, die Katze im Sack zu kaufen: Anbieter, die an der Ausschreibung teilnehmen, müssen sich dazu bereit erklären, die offerierte Cloud-Lösung zur Durchführung eines "Proof of Concept"- Tests in den Rechenzentren des BIT aufzubauen. (Hans Jörg Maron)

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