TDMi AG (Deutschland) insolvent

27. Juli 2009, 13:41
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Die Schweizer ITpoint Systems, die zur Minderheit der holländischen Gruppenholding gehört, ist nicht betroffen.

Die Schweizer ITpoint Systems, die zur Minderheit der holländischen Gruppenholding gehört, ist nicht betroffen.
Einmal mehr scheint der Traum, einen paneuropäischen Mega-VAR über Akquisitionen zusammenzustiefeln, geplatzt zu sein. Denn am Freitagabend mussten die deutsche TDMi AG und zwei unter Comparex firmierten Tochtergesellschaften Insolvenz beantragen. Betroffen sind ungefähr 300 Mitarbeitende der Gruppe, die in Deutschland total etwa 1100 IT-Fachleute beschäftigt.
(Vorläufig?) nicht betroffen sind die grösseren Teile der Gruppe, die unter den Namen becom, arxes und inforsacom IT-Dienstleistungen erbringen, die aber samt diverser Töchter der TDMi AG gehören. Für sie soll ein neuer Investor gesucht werden, wie es in einer Pressemitteilung von heute heisst. Ebenfalls nicht involviert ist die Schweizer TDMi AG, die direkt der holländischen Holding der gesamten Gruppe, der TDM Holdings N.V. gehört, wie Geschäftsführer Kurt R. Meier auf Anfrage sagte.
Ebenfalls nicht in den Konkurs verwickelt ist die Schweizer ITpoint Systems. Diese hatte vor gut einem Jahr den Rotkreuzer IBM-Spezialisten becom übernommen und im Gegenzug der holländischen TDM-Gruppe eine Minderheitsbeteiligung eingeräumt. Der Geschäftsgang sei "in Ordnung", so ITpoint-Chef Roland Singer zu inside-channels.ch.
Obwohl der teilweise Untergang von TDMi offenbar in der Schweiz keinerlei Auswirkungen hat, dürfte der Vorgang nicht unbedeutend sein. Denn die erklärte Strategie der holländisch-deutschen TDM Holdings B.V. ist es, von der Konsolidierung im zersplitterten europäischen Markt für IT-Services zu profitieren und eine "world class ICT Group" (O-Ton) über Akquisitionen aufzubauen. Mindestens eine dieser Akquisitionen, diejenige der deutschen Comparex im August 2007, endete nun in einem Fiasko.
In einer Pressemitteilung schreibt TDMi heute, das Konzept der TDMi sei noch an der letzten CeBIT von Analysten als "richtig und zukunftsweisend" bezeichnet worden, doch seien die Investionen in Deutschland so stark zurück gegangen, dass kein anderer Ausweg als die Insolvenz mehr bestand. Zwar scheint es möglich, dass die holländisch-deutsche TDM Holding diejenigen deutschen Sub-Töchter übernimmt, die nicht insolvent sind. Doch auch die Zukunft der deutschen becom, Arxes und Inforsacom ist offenbar nicht völlig gesichert. Denn in einer "Ad-hoc Mitteilung" der TDMI AG vom letzten Freitagabend heisst es, die oben erwähnten Firmen sollen "trotz sehr angespannter Liquiditätslage fortgeführt werden."
Zumindest liegt die Folgerung nahe, dass der Expansionskurs der TDM Holdings mit dem Zahlungsunfähigkeit der ehemaligen Comparex erst mal gestoppt ist. (Christoph Hugenschmidt)

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