Teamviewer trennt sich nach sinkendem Aktienkurs von Finanzchef

19. Oktober 2021, 11:07
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Die Aktie des Softwareanbieters hat innert eines Monats 50% an Wert verloren. Nun wird der Vertrag von Finanzvorstand Stefan Gaiser nicht verlängert.

Im Januar 2021 gab Teamviewer bekannt, man sei weiter auf Wachstumskurs. In der Coronakrise seien die Rechnungsstellungen (Billings) um 40% auf 456 Millionen Euro geklettert. Das 2005 gegründete Softwareunternehmen war im Herbst 2019 vom Finanzinvestor Permira zu 26,25 Euro pro Aktie an die Börse gebracht worden.
Danach zeigte der Aktienkurs mehr oder weniger stetig nach oben. Noch im Mai 2021 lag er bei rund 40 Euro. Doch seither geht es abwärts: Allein seit Mitte September hat sich der Wert halbiert und lag am 18. Oktober bei 13,44 Euro pro Aktie. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens fiel in diesem Jahr um fast 70% auf 2,8 Milliarden Euro.
Am Tag zuvor hatte Teamviewer bekannt gegeben, den Vertrag mit Finanzchef Stefan Gaiser nicht zu verlängern. Gaiser werde nach mehr als vier Jahren "das Unternehmen im gegenseitigen Einvernehmen mit Ablauf seines Vertrags im Jahr 2022 verlassen", heisst es in einer Mitteilung. Der Aufsichtsrat habe bereits den Prozess für die Suche nach einem Nachfolger eingeleitet. Zudem werde ein Vertriebschef gesucht, mit dem der Vorstand auf vier Mitglieder erweitert werden soll.
Gleichzeitig wurde der Vertrag von CEO Oliver Steil um drei Jahre bis Oktober 2024 verlängert. Steil ist seit Januar 2018 CEO von Teamviewer und habe "den profitablen Wachstumskurs des Unternehmens massgeblich vorangetrieben", so die Mitteilung.
Zum Abgang von Finanzchef Gaiser schreibt die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung': "Die Entscheidung dürfte damit zusammenhängen, dass Teamviewer dieses Jahr zweimal die Prognose seiner Geschäftsentwicklung kappen musste." Neben revidierten Wachstumsprognosen trage das Unternehmen vor allem schwer an zwei teuren Sponsoring-Verträgen mit dem Fussballclub Manchester United und dem Formel-1-Team von Mercedes. "Auf diese hin musste der Ausblick das erste Mal gekappt werden, was einen Sinkflug des Aktienkurses eingeleitet hatte, der seitdem andauerte", so die 'FAZ'.
Teamviewer war bisher hauptsächlich auf Fernwartungssoftware spezialisiert, will sich aber ein zusätzliches Standbein im Bildungsbereich aufbauen. Das neue Produkt Teamviewer Classroom soll auch in der Schweiz vertrieben werden.

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