"Tech Data hat wesentlich besser als die Branche abgeschnitten"

2. März 2010, 15:54
  • tech data
  • geschäftszahlen
  • distributor
  • also
image

Der Umsatz der Schweizer Niederlassung von Tech Data sinkt leicht. Managing Director Manfred Steinhardt ist trotzdem zufrieden – wenn da bloss der Preiszerfall nicht wäre.

Der Umsatz der Schweizer Niederlassung von Tech Data sinkt leicht. Managing Director Manfred Steinhardt ist trotzdem zufrieden – wenn da bloss der Preiszerfall nicht wäre.
Der weltweit tätige US-amerikanische IT-Distributor Tech Data hat heute die Zahlen des vergangenen vierten Quartals sowie des gesamten Geschäftsjahres per 31. Januar veröffentlicht. In der Schweiz ist Tech Data nach Also) einem Rückgang um 4,3 Prozent entspricht.
Preiszerfall ungebremst
"Tech Data hat damit wesentlich besser als die Branche abgeschnitten", sagt Steinhardt nicht ohne Stolz. Dazu beigetragen hätten vor allem die Segmente Consumer und Azlan (Enterprise). Nach einem "sehr schwierigen" zweiten Quartal habe sich im zweiten Halbjahr das wirtschaftliche Umfeld besser entwickelt. "Wachstumsträger waren vor allem die Software-Hersteller sowie das Consumer-Geschäft im Zusammenhang mit dem Windows-7-Launch. Im B2B wird weiter in Virtualisierung, Kostensenkung und Security investiert, teilweise zieht das auch Investitionen in Hardware nach sich", so Steinhardt.
Der Distributions-Profi ärgert sich aber weiterhin über den anhaltenden Preiszerfall im Hardware-Geschäft: "Bei Fernsehgeräten sind die Preise teilweise über 20 Prozent gesunken. Stückzahlmässig ist der Umsatz mit Laptops zwar über dem Vorjahr, aber der hohe Anteil von günstigen Netbooks hat den durchschnittlichen Verkaufspreis stark gesenkt", sagt Steinhardt.
Trotz weiterer Qualitäts- und Effizienzsteigerungen konnte der Preisrückgang gemäss Steinhardt nicht voll aufgefangen werden. Gegenüber dem Vorjahr sei der Ertrag um zirka 10 Prozent gesunken. Die Anzahl Mitarbeiter sei gegenüber dem Vorjahr ungefähr gleich geblieben.
Für das neue Geschäftsjahr gibt sich Steinhardt "verhalten optimistisch". Tech Data Schweiz erwarte ein ähnlich schwieriges erstes Halbjahr mit Umsätzen auf dem Vorjahresniveau. Im zweiten Halbjahr könnte Windows 7 für die IT-Industrie eine "kleine" Sonderkonjunktur bringen, glaubt Steinhardt. Insbesondere Azlan werde das Produktportfolio um weitere Hersteller ergänzen.
Weltweite Zahlen
Auf globaler Ebene konnte Tech Data den Umsatz im vierten Quartal im Jahresvergleich um 10 Prozent von 5,7 auf 6,3 Milliarden Dollar steigern, während der Nettogewinn von 57 auf 70,1 Millionen Dollar wuchs. Der markante Umsatzsprung im Jahresvergleich gelang allerdings vor allem aufgrund der Aufwertung einiger Währungen gegenüber dem Dollar und der Nettogewinn enthielt eine einmalige Gutschrift von 5,4 Millionen Dollar. Sowohl in Amerika (+6,7%) als auch in Europa (+1,5% in Euro) konnte Tech Data von November bis Januar beim Umsatz zulegen.
Für das gesamte Jahr resultiere trotzdem ein Umsatzrückgang um 8,2 Prozent von 24,1 auf 22,1 Milliarden Dollar. Währungsbereinigt wäre der Umsatz um zirka 6 Prozent gesunken. Bemerkenswert ist aber allemal, dass Tech Data auch im Gesamtjahr den Gewinn steigern konnte: Er wuchs von 117,3 auf 180,2 Millionen Dollar. Tech-Data-CEO Robert M. Dutkowsky gab sich erfreut darüber, dass das Unternehmen trotz Rezession Marktanteile gewinnen und die operative Marge verbessern konnte.
In Europa sank der Umsatz von Tech Data im vergangenen Geschäftsjahr um 7 Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar. In Euro sank der Umsatz um 4,2 Prozent. Die europäischen Niederlassungen von Tech Data machen 57 Prozent des gesamten Tech-Data-Umsatzes aus. Im Heimmarkt Amerika erwirtschaftete Tech Data 43 Prozent des Gesamtumsatzes. Auch in Amerika sanken die Umsätze im vergangenen Jahr. (Maurizio Minetti)

Loading

Mehr zum Thema

image

Weshalb sich Cloud-Zahlen nur schwer vergleichen lassen

Weil die Hyperscaler ihre Umsätze unterschiedlich berechnen und ausweisen, ist ein direkter Vergleich der einzelnen Konkurrenten nur sehr schwer möglich.

publiziert am 21.9.2022
image

Ingram Micro will zurück an die Börse

Ingram Micro plant nach fast 6 Jahren eine Rückkehr an die Börse. Damit zeichnet sich ein Transformationsschub bei dem Distributor ab.

publiziert am 21.9.2022
image

Ergon wächst weiter

Der Softwareentwickler konnte seinen Umsatz im 1. Halbjahr 2022 um 8% steigern.

publiziert am 21.9.2022
image

Atos-Aktionär ist nicht zufrieden mit dem Turnaround-Plan

"Zu ehrgeizig und zu kompliziert", seien die Pläne des IT-Dienstleisters, findet ein Minderheitsaktionär.

publiziert am 16.9.2022