Technik-Panne stört Mehrländerbörse Euronext

20. Oktober 2020, 11:32
  • technologien
  • international
  • fintech
  • finanzindustrie
image

Der Aktienhandel musste ausgesetzt werden, nun ist auch die Ursache bekannt.

Der Handel an der Mehrländerbörse Euronext ist am Montag, 19. Oktober, zwischenzeitlich komplett zum Erliegen gekommen. Grund seien technische Probleme gewesen, teilte der Konzern mit.
Betroffen waren unter anderem der Aktienhandel in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon.
Am 19. Oktober 2020 wurde der Handel laut einer Mitteilung aufgrund eines Problems um kurz vor 10 Uhr für alle Euronext-Segmente unterbrochen. Ab Mittag normalisierte sich die Lage. Der Aktienhandel wurde um 12.45 Uhr wieder aufgenommen, gefolgt von Derivaten um 12.50 Uhr. Weiter ausgesetzt blieb der Handel von Optionsscheinen und Zertifikaten.
Das Problem wirkte sich auch auf den Abschlussprozess aus. Euronext beschloss gemäss eigenen Angaben, alle Abschlüsse, die nach 17.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit für alle Anlageklassen mit Ausnahme von Rohstoffen stattfanden, aufgrund technischer Probleme zu stornieren. Die Entscheidung kam nach ungewöhnlichen Aktienkursschwankungen am Ende des Handels am Montag.

Keine Beweise für Cyberangriff

Die Grundursache des technischen Problems sei identifiziert worden sei. Es habe sich auf das Middleware-System ausgewirkt, schreibt Euronext. Bei der betroffenen Middleware, so ein Sprecher zum 'Wall Street Journal', handle es sich um eines der Systeme von Euronext, das für die Verwaltung der Persistenz von Daten zuständig sei.
Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine Beweise dafür, dass die Störung am Montag durch eine kriminelle Handlung oder einen Cyberangriff verursacht wurde, fügte der Sprecher an.
Man habe Massnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass ein solches Problem künftig nicht mehr auftritt.

Massive technische Störungen in Tokio vor wenigen Wochen

In den vergangenen Monaten sorgten Systemausfälle bei grossen Börsenbetreibern immer wieder für Aufsehen. Am 1. Oktober legte die schwerste Technikpanne seit Jahrzehnten den Handel an der Tokioter Börse einen ganzen Tag lahm. Mitte August konnte die Londoner Börse LSE ihren Handel erst mit einer Verzögerung von einer Stunde und 40 Minuten aufnehmen.
Die Deutsche Börse erwischte es in diesem Jahr bereits zwei Mal. Am 1. Juli hatte eine Störung den Aktien- und Derivatehandel an der Frankfurter Börse, der Leipziger Strombörse EEX, der Wiener Börse und anderen europäischen Börsen für drei Stunden lahmgelegt. Schon am 14. April war das System für mehr als vier Stunden ausgefallen – eine der längsten Störungen in der Geschichte der Frankfurter Börse.

Loading

Mehr zum Thema

image

Wegen Whatsapp: Bank wälzt Millionen-Busse auf Angestellte ab

Finanzregulatoren hatten mehreren Banken wegen der Nutzung von Whatsapp hohe Bussen auferlegt. Morgan Stanley reicht diese nun an Mitarbeitende weiter.

publiziert am 27.1.2023
image

Schwerer Schlag gegen eine der erfolgreichsten Ransomware-Banden

Die Gruppe Hive hatte unter anderen Emil Frey und Media Markt attackiert. Jetzt haben das FBI, Europol und weitere Behörden die Hive-Infrastruktur ausgeschaltet.

publiziert am 27.1.2023
image

Intel-Zahlen rasseln in den Keller

Im vergangenen Quartal fiel der Umsatz im Jahresvergleich um 32% auf 14 Milliarden Dollar. Unter dem Strich steht sogar eine rote Zahl.

publiziert am 27.1.2023
image

Sunrise will nicht freiwillig auf Huawei verzichten

Ohne politischen Druck werde man nicht auf die Mobilfunktechnologie des chinesischen Anbieters verzichten, sagte der CEO der Muttergesellschaft.

publiziert am 26.1.2023