"Technologiedefizit" bei Schweizer Unternehmen?

18. Juni 2014, 07:00
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Eine Mehrheit fühlt sich anscheinend noch nicht für die Zukunft gerüstet.

Eine Mehrheit fühlt sich anscheinend noch nicht für die Zukunft gerüstet.
Gemäss einer von Colt Technology Services in Auftrag gegebenen Studie scheint eine recht grosse Zahl der IT-Verantwortlichen von Schweizer Unternehmen an der Zukunftsträchtigkeit ihrer bestehenden ICT-Infrastrukturen zu zweifeln. Laut Colt gaben 77 Prozent der 106 IT-Entscheider, die bei der Umfrage mitmachten, an, dass die ihnen zur Verfügung stehende IT-Infrastruktur nicht geeignet sei, um künftige geschäftliche Anforderungen zu erfüllen. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) glaube zudem, dass sie ohne entsprechende infrastrukturelle Verbesserungen schon innerhalb des kommenden Jahres nicht mehr in der Lage sein würden, die Anforderungen ihrer Kunden effektiv zu erfüllen. An der Umfrage beteiligten sich ungefähr gleich viele Grossunternmehmen (mehr als 500 Mitarbeitende) und KMU (50 - 500 Mitarbeitende).
Colt hebt den Zeigefinger und warnt, dass dieses "Technologiedefizit" einige negative Folgen haben könnte. Das Unbehagen der IT-Entscheider scheint vor allem von der Befürchtung verursacht zu werden, dass die aktuelle Infrastruktur zu kompliziert und nicht flexibel genug sei, um schnell neue Services anbieten zu können. Die Schweizer Unternehmen sind dabei in Europa nicht allein. Die Umfrage wurde auch in sieben weiteren europäischen Ländern durchgeführt, und zeitigte dort sehr ähnliche Ergebnisse. Vinoo Mehera, Vice President Services & Solutions bei Colt, kommentiert. "Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Technologiedefizit in ganz Europa ein Thema ist und Unternehmen aller Grössen betrifft. In der digitalen Wirtschaft müssen Unternehmen neue Technologien und Werkzeuge einsetzen, um neue Geschäftsmodelle zu unterstützen – das reicht von Analysen über nutzergetriebene Apps bis zu Wearables-Technologien. Wenn die Unternehmen das Defizit nicht beheben, wird das sichtbare Konsequenzen haben."
Laut Colt wollen in den nächsten Jahren nicht weniger als 94 Prozent der Schweizer Umfrageteilnehmer in eine Verbesserung ihrer Rechenzentrumsinfrastruktur investieren. 92 Prozent wollen sich die Bereiche Voice und Kommunikation und 84 Prozent die Netzwerke vornehmen. Darüber, was für Massnahmen von den Unternehmen ergriffen werden, äussert sich Colt in seiner Studienzusammenfassung nur sehr unspezifisch.
Bei einer Mehrheit der Projekte, so Colt, gehe es grundsätzlich um eine "Vereinfachung" der Infrastruktur. Die Befragten würden zudem innerhalb der kommenden zwei Jahre eine Zunahme des Einsatzes von Service-basierten IT-Bezugsmodellen erwarten. Die Nutzung von Software-as-a-Service soll um 70 Prozent wachsen, die Nutzung von Colocation-Angeboten in Rechenzentren um 39 Prozent. Infrastructure-as-a-Service scheint dagegen bei den Schweizer Unternehmen auf vergleichsweise sehr wenig Interesse zu stossen: Deren Nutzung soll laut Colt nur um 8 Prozent wachsen. Für Gesamteuropa liegt dieser Wert bei immerhin 52 Prozent. (hjm)

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