Telco-Kuckuck? BT steigt ins FON-Boot

5. Oktober 2007, 11:58
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Viel Schub für FON: Neben Google und Skype beteiligt sich nun ein Telco-Riese als Investor.

Viel Schub für FON: Neben Google und Skype beteiligt sich nun ein Telco-Riese als Investor.
Der spanische "Hotspot 2.0"-Start-up FON erhält prominente weitere Unterstützung: Wie schon Skype und Google beteiligt sich nun auch der Telekomriese BT an FON und will möglichst viele seiner mehr als drei Millionen britischen Breitbandkunden dazu verlocken, "BT FONeros" zu werden. Wie viel Geld BT in FON steckt, wurde nicht bekannt gegeben. Es dürfte sich aber um eine substantielle Beteiligung handeln, da BT auch einen Sitz im FON-Verwaltungsrat erhält.
FON bezeichnet sich bereits jetzt als "die größte WLAN-Community der Welt". Das Geschäftprinzip: "FONeros" installieren an ihrem Internet-Anschluss einen speziellen WLAN-Router von FON. Dieser richtet, neben einem privaten WLAN-Netzwerk, auch einen öffentlichen "FON-Hotspot" ein. User, die selbst einen solchen Hotspot zur Verfügung stellen, können die Hotspots aller anderen FONeros weltweit kostenlos benutzen. Nicht-Mitglieder können sich gegen eine Gebühr einklinken. Ein Teil dieser Gebühr geht an FON, ein anderer Teil an den FONero. Und in Grossbritannien wird, wenn ein FON-Hospot eines BT-Kunden benutzt wird, in Zukunft auch ein Teil der Gebühr an BT gehen.
BT-Kunden, die einen FON-Hotspot einrichten, erhalten neben dem Zugang zum FON-Netzwerk, auch im Ausland, auch Gratiszugang zu BT-eigenen Hotspots.
FON hat also einen weiteren prominenten Investor und eine Chance, in Grossbritannien einen sehr hohen Abdeckungsgrad zu erreichen, was längerfristig auch international grösseren Schub bringen dürfte. Und für BT ergibt sich eine Möglichkeit, in Grossbritannien ohne grosse Kosten sein Hotspot-Netzwerk stark auszubauen.
Kuckucksei
Der Handel hat aber noch einen interessanten Nebenaspekt: BT legt damit seinen Telco-Konkurrenten weltweit ein kleines Kuckucksei ins Nest. BT hat nicht nur die Gelegenheit, durch die Beteiligung direkt an FON mitzuverdienen – falls FON zum Erfolg wird – sondern auch, gratis und Franko Internetzugänge seiner Konkurrenten zu nutzen, um den eigenen Kunden einen Zusatzservice zu bieten. Die BT FONeros werden ja, wie erwähnt, auch Zugang zu den FON-Hotspots der Kunden anderer Provider haben. Wenn diese Kunden ein Flatrate-Abo haben, verdienen die Provider nichts am zusätzlichen, durch die FON-Nutzung verursachten Internet-Traffic - müssen aber nichtsdestotrotz die Kosten berappen.
Momentan fällt der FON-Traffic noch kaum ins Gewicht. Aber falls der Traum der FON-Erfinder von einer weltweiten, flächdeckenden Community einmal Wirklichkeit werden sollte, könnte sich das durchaus einmal ändern. (Hans Jörg Maron)

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