Telco-Übernahmen links und rechts

3. Oktober 2005, 13:48
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Das Übernahmekarussell im europäischen Telekommunikationsmarkt wird schneller.

Das Übernahmekarussell im europäischen Telekommunikationsmarkt wird schneller.
Die Übernahme von Cablecom – Kabelnetzbetreiber kann man je länger je mehr zum Kreis der Telekommunikationsunternehmen rechnen – steht nicht allein. Auch anderswo im Telco-Sektor ist einiges los. Wie das 'Wall Street Journal' heute berichtet hat gerade die spanische Telefónica Gespräche mit der holländischen KPN für eine Übernahme aufgenommen. Telefónica soll dabei ein erstes Angebot von rund 20 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt haben. Die Verhandlungen sind allerdings gemäss dem US-Wirtschaftsblatt noch in einem sehr frühen Stadium und es ist nicht klar, ob KPN überhaupt interessiert ist.
Erst gestern haben die Verwaltungsräte der beiden britischen Telcos und Kabelnetzbetreiber NTL und Telewest Global einen Merger beschlossen. NTL will dabei Telewest Global für rund 6 Milliarden Dollar übernehmen.
Hochbetrieb in den Chefetagen
Dies sind nur die letzten einer ganzen Reihe von Übernahmen und Übernahmeverhandlungen – mit allerdings nicht immer positivem Ausgang – in den letzten Monaten. Schon seit längerer Zeit schwelt zum Beispiel die Affäre zwischen Swisscom und Telecom Austria – ob die beiden je zueinander finden ist allerdings fraglich. Und die Deutsche Telekom führte zusammen mit KPN Verhandlungen über eine Übernahme des britischen Mobilfunkanbierters O2 und soll nun, nach deren Scheitern, gerüchteweise ein Solo-Angebot eingereicht haben.
Man hat wieder Geld
Angeheizt wird die zunehmende Übernahmeaktivität vor allem von dem durch die zunehmende Konvergenz enger werdenden Markt. Festnetztelefonie, Mobiltelefonie, Internet-Service-Providing und Fersehübertragung wachsen zusammen. Kabelnetzbetreiber werden Telcos und Telcos beginnen mit Fersehangeboten. Und aus dem VoIP-Bereich stammt neue Konkurrenz wie Skype. Dadurch entsteht einerseits ein Zwang zur Grösse und andereseits ein Zwang dazu, auf möglichst vielen Märkten mindestens ein "Triple-Play" oder noch lieber ein "Quadruple Play"-Anbieter zu werden.
Und Last but not Least: Viele Anbieter haben ihre auf den IT-Hype folgenden (Schulden-) Krisen überwunden und generieren wieder ihre branchentypisch üppigen Cash-Flows. Dieses Geld will, falls es nicht an die Aktionäre ausbezahlt wird, irgendwo investiert werden und ermöglicht erst die neue Übernahmemanie. (Hans Jörg Maron)

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